Mein Boot ist mein Büro. Auch im Winter.

Mein Arbeitsplatz auf dem Boot.

„Hey Julian, it’s looking like you’re on a boat!“

Ein Geschäftskollege von IBM während einer Videokonferenz.

Am Anfang dieses Jahres kam der erste Lockdown. Es war März, mitten im Winter. Normalerweise arbeite ich von zu Hause aus und bin ab und zu mal im Büro in der Nähe von Hannover. Ich baue Software für Unternehmen, Software-Ingenieur ist eine treffende Bezeichnung dafür.

Nun hockte also die ganze Familie den ganzen Tag in der Wohnung herum. Steffi musste teilweise Homeoffice machen. Die Kinder machten Schule von zu Hause aus. Und daneben sollte ich auch arbeiten? Dafür ist unsere Wohnung einfach nicht ausgelegt.

„Yeah, in fact, I do. It’s my homeoffice.“

Wenn ich arbeite, kann ich ein schwieriger Mensch sein. Ich löse komplexe Probleme, durchdenke ganze Architekturen vom Anfang bis ganz zum Ende, bevor überhaupt eine Zeile Code geschrieben wird. Ich plane, wie sich einzelne Bausteine irgendwann in der Zukunft zusammenfügen, welche Nebeneffekte auftreten können. Das liebe ich: Schwierige Aufgaben in ästhetischen, sauberen, effizienten Software-Code zu gießen, den man angucken und „Alter, geil gelöst!“ sagen kann. Es ist herrlich.

All das erfordert stundenlange Phasen voller Konzentration. Jede Unterbrechung kostet viele Minuten, um gedanklich wieder zurück zum Punkt zu kommen. Das strahle ich aus.

Wenn ich arbeite, habe ich einen „bleib mir vom Leib!“ Ausdruck im Gesicht. Deswegen funktioniert es nicht, wenn zu Hause tagsüber alle anderen Familienmitglieder da sind. Wir haben kein Arbeitszimmer. Ich blockiere die Küche. Oder das Wohnzimmer. Wenn ich mich dort aufhalte und arbeite, möchte niemand anders da sein.

Nun konnte ich nur unvollkommen von zu Hause arbeiten. Ins Büro durfte ich nicht. Meine Firma leistet technischen Support für Geräte und Automaten aller Art, inklusive medizinischen Geräten. Der reibungslose Betrieb muss gewährleistet sein, das schließt in höchstem Maße funktionierende Software ein. Nicht hundertprozentig einsatzfähig zu sein war keine Option.

„How nice. I’m living near a river, I can see it out of my window. But cool, what a nice workplace you have!“

Schon lange hatte ich auf der JULIUS grundsätzlich die Infrastruktur, um vom Boot aus einsatzfähig zu sein. Der Lockdown erforderte jetzt aber den Einsatz des Schiffes als vollständigen Arbeitsplatz. Mitten im Winter. Und weil es in Glückstadt lag und ich sicher nicht jeden Tag anderthalb Stunden im Auto verbringe, musste es auch als gemütliches Appartement funktionieren.

Das Boot als ganzjährig nutzbares Büro

Und die JULIUS hat perfekt funktioniert. In dieser Zeit, aber auch noch danach. Im Sommer beispielsweise war ich eine Woche in Heiligenhafen, weil an unserem Tender etwas gemacht wurde. Ich lag vor Anker, die ganze Zeit, und habe ganz normal gearbeitet.

Mein Arbeitsplatz während der Tender in Heiligenhaften den neuen Motor bekommen hat.

Mehrfach lag ich im Sommer ein paar Tage in der Schlei oder in der Eckernförder Bucht und bin von dort meiner Tätigkeit nachgegangen. Und sicher nicht weniger gut als im Büro. Eher habe ich mehr geschafft.

Wie reagieren Kollegen und Geschäftspartner?

Die Versuchung besteht, das Boot als Arbeitsplatz zu verheimlichen. Bootseigner zu sein, dem haftet bei vielen Menschen etwas elitäres, vielleicht sogar snobistisches an. Dass das fast immer sehr fernab der Realität ist wissen du und ich, aber nicht unbedingt die Kollegen.

Im Zeitalter der Videokonferenzen lässt es sich aber nicht verbergen: Ich sitze auf einem Boot. Einem sehr schönen noch dazu. Und wie reagieren die Gesprächspartner, egal ob aus dem eigenen Unternehmen oder von Partnern?

Den allermeisten ist es egal. Spätestens seit dem ersten Lockdown ist es derart normal, sich per Videotelefonie auszutauschen, dass jeder schon unzählige unerwartete Arbeitsplätze gesehen hat. Der Partner von IBM, mit dem ich oben skizziertes Gespräch hatte, saß in seiner Küche. Im Hintergrund ein Regal mit Gewürzen und sonstigen Zutaten. Und wem es nicht egal war, der hat die Wahl meines Arbeitsplatzes interessant gefunden und es war Anlass zu kurzem Smalltalk, der ja gerade bei der Fernarbeit viel zu kurz kommt.

Natürlich funktioniert ein Bootsoffice nicht für jeden Job, genauso wenig wie ein Homeoffice. Hier möchte erzählen, wie es bei mir funktioniert. Und damit etwas Inspiration vermitteln, wie ein Boot ein vollwertiger, ganzjährig nutzbarer Arbeitsplatz für geistige Tätigkeiten werden kann.

Wasserlieger mit Wärme und Komfort als Grundlage

Ein kleiner Hafen in der Bille in Hamburg mit einer leichten Eisdecke – kein Problem fürs Boot.

Ganzjährig nutzbar schließt den Winter mit ein. Die Zeit, in der die meisten Boote ungenutzt an Land stehen. Ein Phänomen, das ich noch nie so recht verstanden habe. Klar, aus meiner Kindheit habe ich auch die Erinnerung an eine zugefrorene Ostsee. Aber wie lange gab es das nicht mehr? Und es ist eher unwahrscheinlich, dass wir sowas überhaupt noch mal wieder erleben: So richtig dickes Eis im Hafen.

Und selbst wenn, bei ruhigem Wasser ist ein wenig Eis ums Schiff für die meisten Boote kein Problem. Wem dabei mulmig ist, kann das Eis mit einer simplen Tauchpumpe vertreiben. Unter Boot überwintern im Wasser: So kann es funktionieren. habe ich mehr darüber geschrieben.

Das Boot liegt also im Wasser. In einem ruhigen Hafen, mit verlässlicher Stromversorgung. Jeder Komfort an Bord benötigt Energie, eine Liegeplatz ohne Stromanschluss ist nutzlos für das Homeoffice auf dem Boot. Und der Komfort ist wichtig, schließlich hältst du dich den Großteil des Tages und oder sogar mehrere Tage dort auf. Zum erfolgreichen Arbeiten muss es warm und bequem sein.

Damit ist die Heizung die nächste Grundlage: Sie muss das Boot durchgängig auf eine Wohlfühltemperatur halten und für ein gutes Klima sorgen. Dazu kann ich empfehlen:

Ausschließlich mit Strom zu heizen halte ich für keine gute Idee. In der Regel wird der Strom nach Verbrauch abgerechnet, und dann wird rein elektrisches heizen zu einer sehr teuren Angelegenheit.

Unbedingt empfehlen kann ich aber zusätzlich Infrarot-Heizkörper wie diesen hier oder diese in schlichtem weiß. An der Decke über dem Arbeitsplatz montiert schafft auch ein 200W Gerät ein sehr wohliges Wärmegefühl, ohne explodierende Kosten zu verursachen oder die Sicherung am Steg auszulösen.

Oben an der Decke hängt eine Infrarotheizung. Nur 200W, macht aber einen großen Unterschied im Wohlfühlfaktor.
Die Infrarotheizung an der Decke. Schlicht in weiß, fällt nicht unangenehm auf.

Die Luftfeuchtigkeit im Winter in einem beheiztem Boot in den Griff zu bekommen kann eine Herausforderung sein. Hier hilft:

Trinkwasser, kochen und das Sanitärproblem

Das Boot liegt nun im Wasser, ist warm und hat Strom. Was fehlt noch? Wer arbeitet, muss essen und trinken. Und auf die Toilette.

Etwas zu trinken kannst du als Flaschen kaufen und dir hinstellen. Das ist eine Lösung. Aus meiner Sicht bequemer ist es, wenn im Tank an Bord ordentliches Wasser ist, das getrunken werden kann. Mit einer kleinen Filteranlage ist das relativ einfach zu realisieren, vor langer Zeit hatte ich mal darüber geschrieben: Keine Wasserflaschen mehr schleppen: trinkbares Trinkwasser an Bord. Vielleicht noch ein Sodastream (wir haben diesen hier und finden ihn kompakt und schick) dazu, dann gibt es keinen Grund mehr, Flaschen zu schleppen.

Eine Kochmöglichkeit hat dein Boot vermutlich ohnehin schon, da muss nichts gemacht werden.

Bleibt noch die Toilette. Viele Häfen mit Wasserliegern haben auch geöffnete Sanitärräume. Wenn nicht, ist es natürlich keine Option, Fäkalien einfach so in den Hafen einzuleiten. Denn der Tank ist ja irgendwann voll, und dann muss das Abwasser irgendwo hin. Ideal ist es natürlich, wenn es im Hafen eine betriebsbereite Absaugstation gibt. Wenn es die nicht gibt, können die Fäkalien im Tank mit Enzymen bearbeitet werden. Mir wurde diese Lösung von Yachtsport aus Österreich empfohlen, ich gebe jetzt einfach Sanosil Prolifoss in den Tank. Beides ist unbedenklich für die Umwelt und macht aus Schwarzwasser zumindest Grauwasser.

Für große Boote gibt es auch kompakte Kläranlagen, eine professionelle Lösung ist Enteron von Tom Logisch.

Den Arbeitsplatz an Bord einrichten

Reicht ein Notebook? Oder sogar ein Tablet mit zusätzlicher Tastatur? Oder muss noch ein größerer Bildschirm her? Das hängt alles stark von deiner Tätigkeit ab. In meinem Fall benötige ich für die dauerhafte Arbeit ein zweites, etwas größeres Display. Das ist an diesem Schwenkarm von Hama so montiert, dass ich mich geradem Kopf genau drauf gucke.

Die Permanente Arbeit nur am Notebook hat den Nachteil, dass du immer leicht nach unten guckst. Dadurch entstehen schnell Verspannungen in Schulter- und Nackenbereich. Was uns generell zur Ergnomie bringt: Wenn du viel vom Boot aus arbeitest, musst du da genau so auf eine gute Sitz- und Körperhaltung achten wie in jedem anderen Büro.

Letztlich fehlt nur noch eine zuverlässige und ausreichend schnelle Internetverbindung. Wenn der Hafen ein stabiles und schnelles WLAN hat ist das super, aber meistens illusorisch. Wir sprechen hier von beruflicher Arbeit, mit Videocalls, Screen-Sharing, gemeinsamer Arbeit an Dokumenten, dem Empfang von großen Mails und vielen anderen Sachen, die ordentlich Bandbreite benötigen. Ein wackeliges Hafen WLAN ist da meistens nicht geeignet.

Ich empfehle hier, sich unabhängig zu machen und eine 4G (oder zukünftig 5G) Mobilfunkverbindung zu verwenden. Das kann im einfachen Fall der Hotspot des Smartphones sein (dass dann aber an einer Stromversorgung hängen muss, sonst ist schnell der Akku leer). Oder eine größere Lösung, wie ich sie unter Internet auf dem Boot: Im Hafen. Unterwegs. Vor Anker. Und bezahlbar. sehr ausführlich beschrieben habe. Der Artikel ist jetzt schon etwas älter, alle Grundlagen stimmen aber noch genau so und das dort beschriebene Setup verwende ich immer noch.

Vermutlich wirst du an deinem Tarif etwas machen müssen. Videocalls und all die anderen für die Arbeit notwendigen Dienste verbrauchen viel Datenvolumen. Ich verbrenne pro Monat um die 40GB.

Der Lohn der Mühe

Sich einen guten Arbeitsplatz auf dem Boot einzurichten, ist durchaus Aufwand. Gut investierter Aufwand allerdings: Von meinem Schiff aus zu arbeiten ist für mich der größte Luxus. Arbeit bleibt Arbeit, auch am schönsten Ankerplatz im Sommer oder Ende November ankernd vor dem Glückstädter Hafen, wo ich gerade diese Zeilen schreibe. Wenn sich ein Problem meinen Lösungsversuchen entzieht werde ich im Bootsoffice genauso schlecht gelaunt wie im Büro. Nur kürzer.

Ich schaue einmal vom Monitor weg, lenke den Blick aufs Wasser, den nahen Strand oder auch andere Boote im Hafen. Das dämpft jeden arbeitsbedingten Ärger sofort. Und wenn ich eine Aufgabenstellung erstmal durchdenken muss, laufe ich. Einmal um den Hafen. Oder mit dem Hund am Strand, auch bei schlechtem Wetter. Fast immer komme ich dann schnell auf den richtigen Ansatz, fällt mir die passende Idee ein.

Der Winter-Arbeitsplatz im Binnenhafen von Glückstadt.

Für mich hat sich die Mühe, meine JULIUS passend auszurüsten und einzurichten, sehr gelohnt. Machst du auch Bootsoffice? Hast du Inspirationen aus meinem Beispiel bekommen? Schreibe gerne einen Kommentar!

Hier weiterlesen:


6 Kommentare zu “Mein Boot ist mein Büro. Auch im Winter.

  1. Falko Quedenfeldt

    Moin, Moin, ein sehr schöner und interessanter Beitrag! TOP! Freue mich, wenn ich immer wieder deine Artikel lese. Habe ja auch den Wunsch/Traum in den nächsten Jahren auf ein Boot zu ziehen und dort zu leben. Nein, keine Angst, denn ich bin kein Neuling auf dem Gebiet was Boot fahren betrifft. Als ehemaliger Eigner einer 12m Stahljacht habe ich schon ein wenig Ahnung ! Ich wünsche Dir eine schöne vorweihnachtliche Zeit, viel Spaß auf deinem Boot und immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel! Beste Grüße von der Ostsee, Falko

  2. Christian Vetter

    Servus Julian,
    finde ich klasse, dass Du auch im Winter die Möglichkeit dazu hast und auch nutzt. Kann ich mir sehr gut vorstellen. Bleibt in Glückstadt bei Ebbe Wasser im Hafen?
    Ich habe heuer auch einen interessanten Homeoffice Sommer hinter mir. Wir nutzen unser Boot immerhin üblicherweise von März bis November, und das fulltime. Und wir sind Nomaden. Überwinterung in der Halle an der Müritz, Frühjahr/Frühsommer Ostsee und wenn die Hochsaison naht, haben wir wieder unseren festen Liegeplatz an der Müritz. Ankern und Baden. Im Herbst dann nochmals auf Tour. Dabei mache ich immer schon HO vom Schiff aus, da ich beruflich viel in Deutschland mit dem Zug unterwegs bin. Das kann ich praktisch von überall aus machen, es muß nur ein Bahnhof in akzeptabler Nähe sein. Also 3 Tage beruflich unterwegs, 2 Tage HO vom Boot aus.
    Heuer haben uns im März die letztendlich doch harten Lockdown Regeln in McPomm überrascht. Wir konnten unseren Termin für’s Kranen kurzfristig um eine Woche vorziehen. Die Idee dabei, zu weit auf unserem Schiff sind wir praktisch permanent in Quarantäne und so save wie sonst nirgends… Also ab zur Müritz (dazu fahren wir immerhin 700 km), es war der 17.3. Kaum war unser 13m Stahlboot im Kranbecken im Wasser, schaut meine Frau entgeistert auf’s Handy: „McPomm macht die Grenzen dicht, alles was keinen Wohnsitz dort hat, muß bis 18.3. Mitternacht raus sein“. Kurze Diskussion und Entscheidung. Wir legen unser Boot an den Steg, die Werftmannschaft wird immer wieder nach unserem Schätzchen sehen. Wir laden den Multivan gar nicht erst aus, sondern fahren am selben Abend noch die 700 km zurück. Was für ein Sch…..
    Am 18. Mai war es dann soweit, die Grenzen waren wieder offen und der Plan für die Saison 2020 klar. Wir gehen nicht auf Tour, aber haben einen Sommerliegeplatz in Zehdenick. Ganz außen im Prerauer Stich, Optik an Stb. wie beim Ankern. Neue Steganlage auf 10 m Wassertiefe, tolles Badewasser und gute Infrastruktur. Wasser und Strom am Steg, Entsorgungsanlage ebenfalls da. Also Homeoffice 100% bis Ende Oktober an Bord. Zwischen den geschäftlichen Telefonterminen immer wieder mal ein Sprung hinten raus und eine Runde schwimmen, einfach klasse.
    Wir hatten uns schon von Anfang an entschieden, dass unser Boot unser reines Privatthema ist. Ein eigenes Schiff hat bei uns allenfalls der Vorstand und nicht ein Kollege aus der real an der Basis arbeitenden Kollegenschaft 🙂 Also von vornherein das Thema ausgeblendet, Neid-Diskussionen in der Kaffeküche braucht kein Mensch … Aber richtig, die Videokonferenzen …
    Mein „Büro“ ist meine Naviecke unter Flur. Ringsum dunkles Holz. Klein und kuschelig. Ja liebe Kollegen, Ihr arbeitet in der Küche, im Flur, am Wohnzimmertisch, und ich habe mir ein ganz kleines und kuscheliges Büro eingerichtet, das könnte überall sein, auf einer Berghütte oder in einem gemütlichen bayerischen Holzhaus. Ich war also im Phantomoffice 🙂
    Und was Du schreibst Julian, sehe ich genau so: Ich kann dort super konzentriert und ungestört arbeiten, zwischendurch kurz abschalten extrem klasse. Work-live-balance vom Feinsten. Mir reicht dabei der Laptop und mein Handy vollkommen. Internet habe ich über einen 50 GB Gigacube von Vodafone. Die erste Frage, wenn wir uns um einen neuen Liegeplatz bemühen ist: Welches Netz habt ihr vor Ort und wie ist der Empfang?
    Und so wie ich das sehe, wird das in 2021 noch genau so weitergehen. Und ich gehe davon aus, dass wir alle künftig das Thema Homeoffice noch deutlich mehr nutzen werden, mittlerweile haben ja viele Unternehmen entdeckt, das das super funktioniert. Was können wir alle uns künftig sparen an sinnlosen Stunden im Auto im Berufsverkehr… und natürlich wird Büroraum nicht mehr ganz so üppig gebraucht werden. Das wird noch einige Veränderungen nach sich ziehen.

    Wünsche Dir weiterhin eine gute Zeit, viel Spaß an Bord und bleib gesund.
    Herzliche Grüße – Christian

    1. Julian Buß

      Hallo Christian,

      in Glückstadt liegt die JULIUS im Binnenhafen, der ist mittels Sperrwerk von der Tide abgetrennt. Das ist gerade im Winter toll, der Nachteil ist aber, dass das Sperrwerk nur zu Hochwasser aufmacht (und im Winter nur so ein-, zweimal pro Woche).

      Vielen Dank für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht – top 🙂 Ja, ich gehe auch davon aus, dass das Thema „Homeoffice“ (oder in diesem Fall hat Bootsoffice) auch in 2021 aktuell bleibt. Für mich sowieso, ich werde diese bestmögliche Work-Life-Balance nicht aufgeben.

      Aber: Ich freue mich auch darauf, mal wieder ins Büro in die Firma fahren zu können. Der persönliche Kontakt ab- und zu ist wirklich wichtig, zumindest in meinem Job. Denn auch wenn ich viel denken und coden muss, muss ich mich auch mit Kollegen abstimmen, Pläne diskutieren etc. Das geht alles per Video – aber so ganz ohne persönlichen Kontakt ist die Gefahr von unnötigen zwischenmenschlichen Spannungen höher.

      Bleibt gesund und alles Gute!

      1. Christian Vetter

        Servus Julian,

        danke Dir für die Info zum Gezeitenthema in Glückstadt und Deine ausführliche Antwort :-). Du hast sicherlich recht, längerfristig wird das Thema HO zwar sicherlich mehr Gewicht bekommen, aber es braucht die Balance, um auch das persönliche Netzwerk mit den Kollegen am Laufen zu halten.

        Herzliche Grüße und einen schönen 3. Advent – Christian

  3. Albert Enz

    Guten Tag Julian

    Deine Beiträge sind immer sehr Interssant und faszinieren mich immer. Ja der Neid ist vielmals schon gross.
    Ich kann mir aber sagen, ich habe alles von null auf, mit meiner Frau zusammen erarbeitet. Ich selber war das Leben lang Entwickler im technischen Bereich (Mechanik) mit eigener Firma .Ich habe ein 15m Aluboot (Steeler FF53) auf dem Vierwaldstättersee, welche grösstenteils nach meinen Wünschen und Ideen gebaut wurde.Da ich pensioniert wurde, war meine Vorstellung das ich das Boot auch im Winter fahre.

    Durch Corona bin ich so froh, das ich mit meiner Frau jederzeit auf das Boot kann. Ich selber muss sehr vor Ansteckung achten. Ich habe durch eine Krankheit ein unterdrücktes Immunsystem.

    Habe vor 4 Jahren beim Bau selber eine kleine Wärmepumpe mit Seewasser bauen lassen. Steeler als Bootsbauer war sehr skeptisch. Funktioniert einwandfrei 1.8 kw Aufnahmeleistung ergibt 9kw Wärmeleistung. Bodenheizung. Erreiche bei 0° Aussentemperautur 20° auf dem Boot. Bedingung ist das Seewasser noch 3-4°
    hat. Vor 2 Jahren war das Boot vollkommen im Eis und die Wärmepumpe hat abgestellt. Habe einen Wasser proppeller 4m unter das Boot gehängt( bei dir eine Tauchpumpe). so konnte ich die Wärmepumpe wieder starten. Innert 5 Stunden war eine 5cm dicke Eisschicht mehr als 10 m weit um das Boot weg. Das Wasser bekam dadurch wieder 4° an der Oberfläche. Ich heize das ganze Boot durch den Winter 6°. Wenn wir auf das Boot gehen, muss ich aber 24 h vorher voll heizen. Fernbedienung mit Handy oder PC.

    Wie du schreibst ist trotz Isolation die Feuchtigkeit in den Griff zu bekommen wichtig. Ich habe einen Absorpitionstrocker Q9L steady auf dem Boot welcher bis auf 1° volle Leistung bringt, und zugleich alle 30 min die Luft umwälzt. Dadurch muss ich nicht so viel Lüften. Die Luft vom Trockner erwärmt sich während dem entfeuchten ca. um 10 °. Feuchtigkeit immer zwischen 50-55%. Leistungsaufnahme mittlere Stufe 600 W.

    Im weiteren habe ich ein 4 G internet installiert mit unbeschränkten GB. Auch der Fernseher läuft über das Internet. Da ich relativ grosse Tanks besitze können wir lange autonom bleiben. Trinkwasser 750l. Grauwasser
    und Schwarzwasser je 500l.

    Wünsche dir weiterhin viel Freude auf dem Boot.

    Albert Enz

  4. Thomas SV Rodspaetten

    Wenn die Politik in diesem fuerchterlichen Panikmodus weitermacht, werden vermutlich die Bootsbesitzer die hoch privilegiert werden. Ob fuer Arbeit oder nicht. Auf jeden Fall finde ich Deine Loesung super. Und gut erzaehlt wie immer. Frohe Weihnachtszeit, Gruss aus Holland

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.