Der nächste Törn: 9 Tage im Mai

Die Kinder haben kommende Woche Ferien, also: Die Julius ruft!

Immerhin 9 Tage haben wir Zeit, und das wird der erste echte Urlaubstörn mit der Julius. Alle anderen Unternehmungen waren bisher ja eher zielorientiert und mit knappem Zeitkontingent versehen. Für diesen Törn dagegen haben wir keine wirklichen Ziele. Nur nach Flensburg wollen wir mal:

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Flensburg

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Flensburg 54.791580, 9.436741

 

Und sonst werden wir die Zeit in bekannten Gewässern genießen. Zum Beispiel nach Høruphav möchten wir wieder, der Ort ist knuffig und man kann sehr gut ankern dort:

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Høruphav

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Høruphav 54.910152, 9.900205

 

Die Dyvig ist natürlich auch immer nett:

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Dyvig

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Dyvig 55.041593, 9.707768

 

Und vielleicht noch mal shoppen in Svenborg und dann ankern in der Thurø Bugt?

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Svenborg

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Svenborg 55.062248, 10.626526
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Thurø Bugt

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Thurø Bugt 55.039729, 10.673561

 

Oder Marstal? Aeroskøping? Avernakø? Es gibt so viele schöne Ziele direkt vor der Haustür – dieses mal fahren wir mal ohne echten Plan los. Ich werde berichten, wohin es uns treibt.

 

Von Damp nach Schilksee – oder auch nicht

9Am Freitag sind wir abends bei der Julius angekommen, haben eingeräumt und sonst nichts mehr gemacht. Samstag waren wir auf einem Geburtstag in Kiel-Schilksee eingeladen, also war der Plan, mit der Julius kurz nach Schilksee zu fahren (weniger als 12 Meilen, also knappe zwei Stunden Fahrt), dort vom Hafen zur Feier zu spazieren und spätnachmittags vielleicht noch nach Schleimünde oder so.

Aber wie das mit Plänen halt so ist – meistens überleben sie die ersten Minuten der Ausführung nicht.

Am Samstag sind wir gemütlich aufgestanden und haben gegen 1000 abgelegt. Freitag und die Nacht über wehte schon ein ordentlicher Ostwind, der auch am Samstag weiter mit fünf bis sechs Beaufort pustete. Ostwind bedeutet in Damp auflanding und somit ganz ordentliche Wellen.

Nun weiß ich ja, dass die Julius auch 7 Windstärken auf der Nordsee ohne Weiteres mitmacht. Auf dem Papier also sollte ein kurzer Törn nach Schilksee bei diesem Wind kein Problem sein.

Doch nachdem wir den Hafen verlassen haben fiel das Schiff in ein Wellenloch nach dem anderen und stampfte ganz schön. Das ergab zwei Probleme: erstens war meine Familie auf sowas noch nicht vorbereitet und hatte wenig bis gar keine Lust, bei dem ersten Urlaubstörn gleich über der Reling zu hängen – was nachvollziehbar ist. Zumal wir von Damp mit dem Auto ganz ohne Kotzen in 45 Minuten ebenso zur Geburtstagsfeier fahren könnten.

Zweitens war das Schlauchboot, das jetzt ja achtern an Davits hängt, zwar mit Leinen gesichert – hüpfte und schaukelte aber trotzdem ganz erheblich hin- und her. So konnte das nicht bleiben.

Also sind wir direkt wieder umgedreht. Gefühlt ging das etwas gegen meine Seefahrerehre, aber was nützt einem Ruhm und Ehre wenn man dabei der Familie die Lust auf Seefahrt vergällt und potentiell Schäden an den Davits oder dem Schlauchboot erzeugt?

Es war also die richtige Entscheidung. Wir sind entspannt, wenn auch mit einem etwas schlecht gelaunten Skipper, auf der Straße nach Schilksee gefahren, sind nach einer sehr netten Feier spätnachmittags dann wieder zum Boot gekommen und haben den Abend dann noch bei meinen Eltern auf dem Campingplatz verbracht.

Von Damp nach Høruphav bei Nordwest 6-7

Am Sonntag ging es dann also wirklich los. Der Wind wehte immer noch mit 6 – 7 Windstärken, hatte aber auf West bis Nordwest gedreht – also ablandig und somit überhaupt kein Problem. Das Ziel war Høruphav, ein kleiner, ganz hyggeliger (dänisch für „gemütlich“, „schön“, „knuffig“) Ort, bei dem man auch sehr gut ankern kann:

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Høruphav

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Høruphav 54.910152, 9.900205

Der größte Teil des Weges dahin lief unter Landschutz, nur in der Flensburger Förde würde es etwas ruppiger werden, aber das ist ein relativ kurzes Stück (ungefähr 1,5 Stunden) und sollte mit der Julius kein Problem sein.

In Damp haben wir am späten Morgen abgelegt, der Himmel war noch ziemlich bedeckt:

Kurz nach dem Ablagen in Damp
Kurz nach dem Ablagen in Damp

Etwas später, kurz vor Olpenitz, hat es aber schon aufgeklart:

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Von Høruphav nach Flensburg

Am Montag wollten wir nach Flensburg – dort waren wir bisher nicht, und wir haben oft gehört, dass sich der Besuch lohnt. Ist auch so.

Der Wind hatte etwas nachgelassen und wehte nunmehr mit 4-5 aus Süd. Also sollte es spürbar entspannter auf der Flensburger Förde zugehen als gestern am Sonntag.

Gestern am Sonntag haben wir übrigens noch die Bordbar und zwei Bücherregale angebracht:

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Nun können der gute Whisky, Portwein und Rum nicht mehr in der Gegend rumfliegen und alle wichtige Literatur hat seinen Platz.

Aber wieder zurück zum Montag:

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Ankertag in Flensburg

Steffi wollte noch etwas shoppen, und wir alle hatten Lust, einfach mal einen Tag Zeit zu haben. Also sind wir schlicht da geblieben, wo wir waren: vor Anker in Wassersleben:

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Flensburg Wassersleben

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Flensburg Wassersleben 54.826305, 9.424896

Das Wetter am Morgen war etwas trübe, aber nicht kalt und ziemlich ruhig:

DSC04710
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Ankertag in Flensburg – Nachtrag 1: die Julius vor Anker

Ich hatte noch Fotos von der Julius vor Anker auf der Kamera:

DSC04721DSC04720

Schaut mal  genauer auf dieses Foto hier: DSC04722

Wozu mag die Leine sein, die von der Ankerkette zur Klampe führt?

Diese Leine ist an ein Kettenglied geschäkelt und hat zwei Aufgaben:

  1. Entlastung der Ankerwinsch wenn richtig Zug auf die Kette kommen sollte.
  2. Verhindern, dass die Ankerkette gegen die Klüse, also gegen den Rumpf, schlägt.

Letzteres ist vor allem in der Nacht wichtig. Die Julius ist schließlich ein Stahlboot, und wenn die Kette gegen den Rumpf schlägt macht das ganz schön Lärm.

Der Vorbesitzer hat die Leine mit einem Schäkel an der Kette befestigt, und das habe ich erstmal so übernommen. Eigentlich ist mir das aber zu umständlich. Auf der Xenia hatte ich dafür einen Haken verwendet, das werde ich auf der Julius in Zukunft auch wieder machen.

Kino auf dem Schiff mit dem Lenovo Yoga Tablet 2 Pro

Hier hatte ich erwähnt, dass wir abends einen Film auf Leinwand wie im Kino geguckt haben. Das mag sich etwas dekadent anhören, ist aber eigentlich ganz einfach realisiert.

Als Tochteranzeige für meinen Navigationscomputer habe ich ein Lenovo Yoga Tablet 2 Pro, d.h. der sitzt normalerweise am Außensteuerstand und zeigt mir via TeamViewer das Bild vom Navigationscomputer, der unten auf dem Navitisch steht.

Aber: dieses Tablet hat einen eingebauten Projektor:

Kino an Bord mit dem Lenovo Yoga Tablet Pro 2
Der Lenovo Yoga Tablet Pro 2 wird für das Kino vorbereitet.

Auf dem Foto sieht man links nur die runde Öffnung für den Projektor, der aber noch nicht aktiv ist. Und das ist natürlich ein LED Projektor, der nur eine geringe Lichtstärke hat. Aber wenn der Raum dunkel ist, macht der ein super Bild.

Dazu kommt eine Leinwand:

Leinwand an Bord für das Kino mit dem Lenovo Yoga
Leinwand an Bord für das Kino mit dem Lenovo Yoga

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Von Flensburg über Sønderborg in den Alsen Sund

Nachdem der Dienstag mal windarm und relativ warm war, kam der Wind am Mittwoch wieder zurück. Aber immerhin nur mit um die 5 Windstärken, statt bis zu 7 wie am Sonntag. Zusammen mit den wieder sehr frischen Temperaturen reichte das aber, um uns die Lust auf beispielsweise Aerø zu nehmen. Ankern in der Bucht von Aeroskøbing macht irgendwie mehr Spaß bei gutem Wetter.

Also sind wir bei den kurzen Schlägen geblieben und sind einfach wieder die Flensburger Förder hoch nach Sønderborg gefahren. Auf der Höhe von Holnis haben wir dabei die Dagmar Aaen von Arved Fuchs getroffen:

DSC04743Arved Fuchs hat mit diesem Schiff schon ganz erstaunliche Reisen in die Arktis unternommen, und wir haben uns gefreut, sie mal live zu sehen – wenn auch nur aus der Ferne.

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Vom Alsen Sund nach Kappeln

Der Urlaub der kurzen Schläge setzte sich auch am Donnerstag fort: In Kappeln waren Heringstage und wir wollten versuchen, dort einen Platz im Stadthafen zu bekommen. Außerdem waren Freunde von uns in der Nähe, mit denen wir gerne etwas Zeit verbringen wollten.

Also sind wir am Donnerstag um 0915 ankerauf gegangen, damit wir um 1000 in Kappeln durch die Brücke kamen. Ja, wenn wir den Mast legen, würden wir auch so durch die Brücke kommen – aber wenn wir uns die Zeit einteilen können, ist die Durchfahrt durch die geöffnete Brücke bequemer.

Donnerstag war Vatertag, und auch die Dänen scheinen diesen Tag zu begehen – zumindest diese drei Herren hier, die schon am Morgen eine Tour mit dem Ruderboot auf dem Alsen Sund unternamen:

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Aus dem Maschinenraum: Stopfbuchse nachziehen und abdichten

Der Maschinenraum der JULIUS
Heute gibt es mal wieder etwas aus dem Maschinenraum.

Am Freitag wollten wir in Kappeln bleiben, so dass ich Zeit hatte, mal nach der Stopfbuchse zu gucke. Denn: seit der Überführung von Holland habe ich Wasser in der Bilge. Nicht viel, aber mit mit den Betriebsstunden zunehmend. Das Wasser war bräunlich und fettig, und die Spur zog sich zur Welle hin. Folglich war die Stopfbuchse der Hauptverdächtige, und ich wollte sie abdichten.

Für Nicht-Maschinisten: Der Motor treibt den Propeller über eine Welle an. Der Motor ist im Schiff, der Propeller draußen. Folglich muss die Welle irgendwo von innen nach außen geführt werden. Und damit an dieser Schnittstelle kein Wasser in das Schiff kommt, muss die Welle abgedichtet werden. Nur kann man eine drehende Welle nicht einfach mit einer normalen Dichtung abdichten. Schlaue Ingenieure haben sich vor langer Zeit die Konstruktion der Stopfbuchse zur Lösung dieses Problems ausgedacht.

Prinzip einer Stopfbuchse
Prinzip einer Stopfbuchse (By Schorschi2 (Transfered by Krokofant/Original uploaded by Schorschi2) [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons)
Bei der Google Patentsuche findet sich eine andere, bessere schematische Darstellunghier klicken (Danke an Tom für den Hinweis).

Vereinfacht gesagt ist die Stopfbuchse ein Hohlraum um die Welle, in dem ein pressbares Dichtungsmaterial eingesetzt ist. Die Stopfbuchse kann mit der Brille weiter oder enger gemacht werden, je nachdem, wie stark das Material (die sogenannte „Packung“) an die Welle gepresst werden und damit abdichten soll. Wenn zu wenig Druck da ist, kommt zu viel Wasser in das Schiff. Mit zu viel Druck dagegen wird die Konstruktion durch Reibung zu warm und kann im extremen Fall sogar zu großen Schäden an der Welle führen.

Bei der Julius sieht das so aus:

Der Ring zum nachziehen und damit abdichten der Stopfbuchse.
Der Ring (die „Brille“) zum nachziehen und damit abdichten der Stopfbuchse.

Unter der Stopfbuchse steht eine Schüssel, um Wasser aufzufangen. Die war übervoll, und rund um die Buchse waren Fettspritzer. Die Welle wird bei der Julius nämlich zusätzlich noch gefettet (bei der Xenia wurde nur mit Wasser geschmiert), und wenn die Stopfbuchse zu locker ist, tritt ein Wasser-Fett-Gemisch aus und spritzt durch die drehende Welle überall hin.

So sah es unter der Welle aus:

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Von Kappeln über Olpenitz zurück nach Damp

Am Freitag kam nachmittags meine Mutter mit dem Fahrrad zu uns nach Kappeln. Im Sommer wohnt sie quasi auf dem Campingplatz bei Schuby, einen Steinwurf entfernt von unserem Liegeplatz in Damp. Und von Damp nach Kappeln ist es eine schöne Fahrradtour, und so kam sie zum Kaffee zu uns.

Während meine Mutter die Julius natürlich schon ausgiebig besichtigt hat, ist sie aber bisher noch nicht mitgefahren. Und es war zwar immer noch etwas kühl, aber sonnig und windarm und der Weg von Kappeln nach Damp ist ein Katzensprung – welche bessere Gelegenheit konnte es geben?

Folglich haben wir uns spontan entschlossen, ihr Fahrrad an Bord zu hieven und doch noch gegen 1630 zum Spätnachmittagstörn zurück nach Damp abzulegen. Eben vorher wurden wir noch Zeugen einer „Just Married“ Tour auf der Schlei:

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Man beachte die steuerbord achtern hinterhergeschleppten „Dosen“!

Der Ableger war entspannt (kaum Strömung), und im Folgenden konnten wir meiner Mutter eine schöne und ruhige Kreuzfahrt bieten. Und weil wir Zeit hatten und das Wetter passte, haben wir einfach mal in Olpenitz geguckt, wie es dort so voran geht:

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Olpenitz war lange Zeit Marinestützpunkt, wurde aber irgendwann aufgegeben. Ein stark motivierter Projektplaner wollte aus dem Gelände eine irrsinnig große Anlage mit Tiefwasser-Marina, Luxus-Ferienhäusern, Luxus-Hotels, Hallen-Liegeplätze, Indoor-Ski-Halle etc. pp. machen. Natürlich waren die Pläne hoffnungslos unrealistisch, und so ging nach den ersten Häusern das Geld aus. Irgendwann dann übernahm ein anderer Investor das Projekt, streichte all den Größenwahn und teilte es in realistische Häppchen auf, und seitdem passiert dort was. Hier mehr Fotos:

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Und irgendwas passiert dann halt doch… R.I.P. Heizung

Gerade habe ich die Technik gelobt, da passiert dann doch was. Schon als ich bei der ersten Begutachtung der Julius gesehen hab, dass die Heizung eine Webasto Air Top 32 (fast baugleich zur ehemaligen Webasto HL 32) ist dachte ich „die wird wohl mal ausgetauscht werden müssen“.

So sieht das Heizgerät aus:

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Die Air Top 32 ist eine Diesel-Luftheizung: Diesel wird verbrannt und damit Wärme erzeugt. Luft wird angesaugt, erwärmt und in das Schiff geblasen. Sehr einfaches Prinzip und mittlerweile auch sehr ausgereift.

Webasto ist eine gute Marke, und die Heizungen sind in der Regel sehr zuverlässig. Aber: die Air Top 32 ist bummelige 20 Jahre alt und ich war ehrlich gesagt erstaunt, dass sie überhaupt noch so gut lief. Am Freitag Abend jedenfalls schaltete sie sich auf einmal von selbst aus. Und ab dann sprang zwar noch der Lüfter, nicht aber die eigentliche Heizung (also die Diesel-Verbrennung) an.

Eine Untersuchung am Samstag ergab, dass die Kraftstoffpumpe nicht mehr lief. Das kann zwei Ursachen haben:

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