1 Paar. 1 Monat auf See. 3.650 Seemeilen. Nonstop: Mit einem Motorboot.

„Schatz, ich habe keine Lust mehr auf Südafrika. Lass uns mal in die Karibik fahren.“
„Mmmh… wie weit ist das denn?“
„Etwas über 3.600 Seemeilen, einen Monat auf See.“
„Okay.“

Ganz so trivial wird sich die Entscheidungsfindung auf der MV Dirona auf Langfahrt wohl nicht abgespielt haben, aber letztlich haben James und Jennifer von der MV Dirona genau das gemacht: Von Südafrika nach Barbados nonstop:

Von Südafrika nach Barbados. Nonstop.
Von Südafrika nach Barbados. Nonstop.

Das waren 3.650 Seemeilen, die sie in einem Monat (!) auf See mit ihrer Nordhavn 52 im Kielwasser gelassen haben. Hier kann man nun wahlweise an Adjektive wie „cool“, „wahnsinnig“, „mutig“, „verrückt“ oder einfach „ungewöhnlich“ denken – in jedem Fall ist es eine ungewöhnliche Leistung, selbst mit einer Nordhavn 52:

Nordhavn 52 - ein schönes Boot für die Langfahrt.
Ein schönes Boot für die Langfahrt.

Einen Monat durchgehend auf See – das bringt einige interessante Herausforderungen mit sich. 

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Seegängige Motorboote: Über Atlantik und Pazifik

Seegängige Motorboote: Eine Nordhavn in schwerem Wetter auf dem Atlantik.
Seegängige Motorboote: Eine Nordhavn in schwerem Wetter auf dem Atlantik.

Langfahrten und Ozean-Überquerungen von Seglern sind heute an der Tagesordnung. Doch geht das auch mit Motorbooten?

Eine Auszeit von ein, zwei oder drei Jahren haben. Und dann mit dem eigenen seegehenden Motorboot zu den Kanalinseln, zu den Kapverden, vielleicht Island oder sogar über den Großen Teich in die Karibik? Und zwar ohne Segel, dafür mit stetiger Geschwindigkeit und unabhängig vom Wind. Ist das wirklich möglich? Jedes Jahr überqueren viele Segelyachten den Atlantik. Und es ist selbstverständlich, dass Segelboote jeder Größe auf jedem Meer unterwegs sind.

Wenn man dagegen einem durchschnittlichen Sportbootfahrer erklärt, man möchte mit dem eigenen Motorboot der Zehn- bis Fünfzehn-Meter- Klasse den Atlantik überqueren, so wird man in der Regel für verrückt gehalten.

Dabei haben Reisen über offenes Meer und sogar Ozeane mit seegängigen Motorbooten eine lange Tradition: Schon 1975 brachte Robert P. Beebe eine Reihe von Konzepten für seegehende Motorboote in seinem Klassiker „Voyaging Under Power“ zu Papier.

Und: Er hatte seine Ideen vorher in seinem eigenen Boot, der „Passagemaker“, bereits 1963 verwirklicht und damit in fünf Jahren 50. 000 Seemeilen über alle Meere der Welt zurückgelegt.

Mein Artikel über seegängige Motorboote: In der boote 7/2016

Über die Langfahrt und Ozean-Überquerungen unter Motor habe ich einen Artikel für die boote geschrieben. Zu lesen ab 22.6. in der neusten boote!


Ab heute in der boote 7/2016: Mein Artikel über seegängige Motorboote!

Seegängige Motorboote - hier eine Nordhavn
Seegängige Motorboote – hier eine Nordhavn

„Danke für diesen Bericht in Boote.
Es wird in Europa viel zu wenig über seegehende Motoryachten geschrieben und
somit findet man auch nicht viele seegehende Motoryachten in unseren Häfen.“

So schrieb mir Marinus, der Besitzer der wohl einzigen Kadey Krogen Yacht in Europa, der die boote 7/2016 schon in digitaler Form gelesen hat.

Wer – wie ich – das klassische Papierheft bevorzugt: Ab heute liegt mein Artikel über seegängige Motorboote (Motorkreuzer) in der neuen boote 7/2016 am Kiosk:

boote 7/2016 mit meinem Artikel über seegängige Motorboote
boote 7/2016 mit meinem Artikel über seegängige Motorboote

Und wer tiefer in die Thematik einsteigen will muss dieses Buch lesen:

Voyaging Under Power von Robert P. Beebe
Voyaging Under Power von Robert P. Beebe

Leserbrief: Katamaran oder Gleiter als besseres Motorboot für Langfahrt?

Ein Motorkatamaran - geeignet für Langfahrt?
Ein Motorkatamaran – geeignet für Langfahrt?

Zu meinem Artikel über seegängige Motorboote in der boote 7/2016 fragt Herrmann aus Wien:

Der Beitrag „Mit dem Motorboot über den Atlantik“ bietet gute Information, lässt aber doch Fragen offen.
Wie natürlich richtig dargestellt, kommt für große Distanzen nur Verdrängungsfahrt in Frage.Dazu die Frage: Wie e f f i z i e n t ist ein ausschließlich für Verdrängungsfahrt optimierter Rumpf im Vergleich zu einem auf Gleitfahrt optimierten Rumpf, der i n V e r d r ä n g u n g s f a h r t gefahren wird.

Sind Verdränger-Rümpfe grundsätzlich seetüchtiger als Gleiter?

Zum Thema Rollen und Rolldämpfungssysteme: Wieso vermeidet der Artikel konsequent (aber eher peinlich) die Existenz von Katamaranen? Nach meinen ersten Segelturns auf Einrumpfern (öfter in der Funktion als Koch, weil nie Seekrank) kam ich schließlich auf einen Kat. Was für ein Genuss: Eine Art „wiegen“ statt rollen, wunderbar besonders wenn man schläft. Dazu die unvergleichlich bessere Manöverierfähigkeit unter Motor!

Sind darüber hinaus nicht optimal geformte Mehrrumpf-Boote grundsätzlich effizienter zu fahren als Monohulls?

[…]

Oft höre ich, Monohull-Yachten seien doch „eleganter“ als diese Kats. Erstens ist mir das egal, wenn ich schlafen will. Zweitens ist jeder Kat eleganter als ein Mono mit Auslegergestellen und daran hängenden Flopperstoppern.

Die Beantwortung solcher Fragen würden meiner Meinung nach den zitierten guten Artikel durchaus noch aufwerten.

Beste Grüße
(Name anonymisiert)
Wien

Alles gute Fragen, hier meine Antwort an Herrmann:

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Wahnsinn? D-Schottland-Island-Grönland-Kanada-USA unter Motor, in den 80ern

Mit der MANTA nach New York. In den 80er Jahren.
Mit der MANTA nach New York. In den 80er Jahren. (Alle Fotos abfotografiert vom Buch „Kurs New York“).

Das hat mich wirklich beeindruckt. Schaut das Boot in dem obigen Foto an: Das ist die MANTA, Ende der 80er Jahre, vor ungefähr 30 Jahren. Ein gerade für damalige Verhältnisse sicher großes Motorboot, aber eigentlich nichts ungewöhnliches:

  • Stahlboot, gebaut 1979.
  • Schlichter Holzaufbau.
  • Kein hohes Schanzkleid.
  • Einfaches Unterwasserschiff.
  • Propeller völlig ungeschützt.
  • Zwei 8 Zylinder Deutz Diesel mit bereits fast 8000 Betriebsstunden.
  • Keine Maßnahmen gegen das Rollen (Flopperstopper, hydraulische Stabis gab es damals sowieso noch nicht).
  • Bunkerkapazität für ungefähr 1.200 Seemeilen.

Karlheinz Breidenbach und seine Frau hatten mit der MANTA bereits ordentlich Seefahrt betrieben und in Europa fast alles gesehen. Nur der Sprung über den Atlantik in die USA, das war ein Traum, der aufgrund der beschränkten Tankkapazität unerreichbar schien.

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MV Dirona unterwegs: Von Newport über den Atlantik 3.000 Meilen nach Irland

MV Dirona unterwegs über den Atlantik von Newport nach Irland.
MV Dirona unterwegs über den Atlantik von Newport nach Irland.

Die Hamiltons auf ihrer MV Dirona machen ungewöhnliche Touren. Anfang 2016 sind sie nonstop von Südafrika in die Karibik gefahren – und waren einen Monat auf See. Inklusive Ölwechsel unterwegs, ich hatte hier darüber geschrieben.

Nach Europa über den nördlichen Atlantik

Nun möchten James und Jennifer nach Europa, und fahren dafür direkt von Newport (in den U.S.A., etwas nördlich von New York) nach Kinsale in Irland. Fast 3.000 Seemeilen über den nördlichen Atlantik.

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M/V Dirona im Sturm auf dem Nordatlantik – Kampf mit Wassereinbruch

Die M/V Dirona ist gut in Irland angekommen (ich hatte über den Törn hier geschrieben, den Bericht von James selbst findet ihr hier), hatten unterwegs aber drei Stürme zu überstehen.

Bei dem ersten Sturm zeigte sich eine Schwäche im Design des Bootes, was zu einem durchaus bedrohlichen Wassereinbruch im Maschinenraum geführt hat. Die Hamiltons sind Freaks: Exzellent vorbereitet und ausgerüstet. So hatten sie auch genug Pumpenkapazität, um der Lage Herr zu werden und die Ursache zu finden und abzustellen.

Trotzdem war es die unangenehmste und gefährlichste Situation, die James und Jennifer bisher bei diversen Ozeanquerungen hatten. Ihr Bericht ist spannend und detailliert: Alarms at 1:15 am.

Im oben eingebettetem Video versuchen sie zu zeigen, wie die See während der Stürme war. Wie immer bei Seegang-Videos gilt: Der Eindruck täuscht! Wellen sind auf Videos immer schwer zu beurteilen und sehen harmlos aus. Faustregel: Nimm den Eindruck der Wellen vom Video mal zwei. 

Gegen Ende des Videos sind ein paar Aufnahmen aus einem Seitenfenster zu sehen, dort ist die Wellenhöhe besser einzuschätzen.

Nun verbringen die Beiden erstmal einige Zeit in Europa. Ich bin gespannt, wohin sie die Reise führen wird.


Langfahrt: Unerschrockene Ozean-Überquerer – Video Interview mit den Hamiltons

M/V DIrona auf Langfahrt in Wellenbergen auf dem Nordatlantik.
M/V DIrona auf Langfahrt in Wellenbergen auf dem Nordatlantik. Alle Bilder abfotografiert von Youtube.

James und Jennifer Hamilton sind vielen von euch ja schon bekannt: Ein Paar, das mit einer Nordhavn 52 seit Jahren unterwegs ist (Webseite: www.mvdirona.com) und dabei auch wirklich außergewöhnliche Passagen unternimmt. So beispielsweise „mal eben“ von Südafrika in die Karbik – 3.650 Seemeilen, einen Monat auf See.

Vor kurzen sind sie in Irland angekommen, nach einer 3.000 Seemeilen Passage über den Nordatlantik. Das war die heftigste Ozean-Querung bisher, mit drei Stürmen und – zum ersten Mal – einer kritischen Situation.

Schweres Wetter auf dem Nordatlantik auf dem Weg nach Irland
Schweres Wetter auf dem Nordatlantik auf dem Weg nach Irland.

Die Hamiltons nehmen solche Passagen aber sehr gelassen. Sie wollen von Punkt A nach Punkt B, und wenn das heißt, Wochen auf See zu verbringen und auch Stürme abzuwettern, dann ist das eben so.

Seemannschaft und Professionalität auf Langfahrt

Dabei geht das Paar mit einer faszinierenden Professionalität vor.

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Von den Eltern infiziert: Interview mit dem Atlantiküberquerer Heinz-Dieter Breidenbach

Die MY Tobago in wilder Natur.
Die MY Tobago in wilder Natur.

Heinz-Dieter Breidenbach: Klingelt da nicht etwas bei diesem Namen?

Er ist der Sohn der fast schon legendären Karlheinz und Anneliese Breidenbachs, die in den 80ern unter Motor von Deutschland via Schottland, Island, Grönland und Kanada in die USA gefahren sind. Über den Nordatlantik, durch Eis und Sturm. (Das Buch über diese Reise gibt es noch, hier klicken!).

In vielen Jahren vor dieser in allen Belangen bemerkenswerten Atlantik- und USA-Tour haben Karlheinz und Anneliese regelmäßig ihre Kinder auf viele Seetörns mitgenommen. Unter anderem schon in ihren absoluten Anfängen, auf einem aus heutiger Sicht winzigen Holz-Motorboot, mit dem sie aber bereits das Kattegat bereist haben.

Von diesen Anfängen und dem Weg der Breidenbachs bis zur Atlantikquerung wird noch zu berichten sein – heute aber geht es um den Sohn, der wohl von Anfang an mit dem Seefahrer-Virus infiziert wurde: Heinz-Dieter.

Mit der MY Tobago über den Atlantik

Nachdem Sohn Heiz-Dieter jahrelang auf den Spuren der Eltern den Norden bereist hat, zog es auch ihn über den Atlantik. Über Details dieser Antlantik-Überquerung unter Motor werde ich noch schreiben, vorher habe ich aber schon mal ein Interview für Euch:

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Logbuch einer Atlantiküberquerung (1): Vorbereitungen und Start in grobe See

Die TOBAGO kurz vor dem Start in Teneriffa.
Die TOBAGO kurz vor dem Start in Teneriffa.

Dieter, der Sohn der mutigen Breidenbachs (unter Motor von Deutschland über Island, Grönland und Kanada in die USA), hat mit seiner MY TOBAGO im Dezember 2009 den Atlantik überquert.

In zwei Wochen sind Dieter, Günter Herz und Gerhard Schoder (beide übrigens eingefleischte Segler) von Teneriffa nach Martinique gefahren: Mit Sturm, grober See und Feueralarm – aber auch durch ruhiges Wasser, sternenklare Nächte und fantastische Sonnenunter- und aufgänge.

Dieter, Günter und Gerhard waren so nett mir zu erlauben, über diese Fahrt zu schreiben: Inklusive vieler Fotos, Logbuch Einträge, persönlicher Texte und interessanten Daten. Diese Fülle an Informationen werde ich in der nächsten Zeit nach und nach hier auf booteblog.net veröffentlichen.

Neben den persönlichen Erlebnissen und Fotos hat die Crew der MY TOBAGO eine Reihe von Zahlen festgehalten. Die sind für jeden interessant, der über größere Fahrten unter Motor nachdenkt: Geschwindigkeiten mit einer oder zwei Maschinen, Brennstoffverbrauch, technische Probleme unterwegs.

Atlantiküberquerung: Start in Teneriffa

Die TOBAGO startet von der Marina San Miguel in Teneriffa und soll einen direkten Kurs über den Atlantik direkt nach Martinique in der Karibik nehmen:

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