Internet auf dem Boot (7): Fragen, mögliche Probleme und Lösungen

Internet auf dem Boot - Fragen und Antworten
Internet auf dem Boot – Fragen und Antworten

Dieser Artikel gehört zur Serie „Internet auf dem Boot“, in der ich eine Lösung für Internet auf dem Boot sowohl unterwegs mit Mobilfunk als auch via WLAN am Ankerplatz und im Hafen beschreibe.

Mein Lösungsvorschlag wurde in der Zwischenzeit von vielen Seglern und Motorbootfahrern umgesetzt und meistens läuft es auf Anhieb so wie von mir beschrieben. Aber wie das mit Technik so ist: Irgendwas kann immer passieren. Und so werde ich auf dieser Seite eine Liste mit Problemen, von denen mir berichtet wurde, und deren Lösungen führen.

Fragen und Antworten

Es gibt außer dem Bullet M2 verschiedene Geräte von Ubiquity – welches soll ich nehmen?

Ja, es gibt diverse weitere Geräte, zu denen ich nichts gehaltvolles sagen kann. Wenn Du Lust auf basteln und experimentieren hast, dann such dir was aus und guck, wie es läuft.

Ich kann nur sagen, dass ich mit dem Bullet M2 sehr zufrieden bin und ich weiß, dass die hier von mir vorgeschlagene Lösung damit funktioniert. Der Bullet M2 arbeitet im 2.4GHz Band, und das ist m.E. nach völlig ausreichend, weil alle Hafen-WLANs in diesem Band arbeiten. Eine Variante mit 5GHz schadet vermutlich nicht, wenn sie auch 2.4GHz kann – aber ob die Konfiguration dort genauso ist wie hier von mir beschrieben, weiß ich nicht.

Ist es nicht besser, einen Router mit 5GHz auf dem Boot einzusetzen?

Einen Vorteil vom 5GHz Band für den Betrieb auf dem Boot kann ich nicht erkennen. 5GHz wird verwendet, wenn das 2.4GHz Band durch unzählige benachbarte WLANs überbelegt ist – diese Situation wird bei Booten fast nie eintreten.

Die 5GHz Variante vom TP-Link Router (Archer MR-200) kann jedenfalls nicht all das, was der von mir vorgeschlagene MR6400 kann und macht daher m.E. nach keinen Sinn.

Wie schalte ich zwischen Mobilfunk und Hafen-WLAN um?

Einlogen in die Admin-Seite des TP-Link Routers (z.B. über http://192.168.1.1), Klick auf „Working Mode“, dort kann zwischen Betriebsart „Mobilfunk“ und „Standard Router“ (Hafen-WLAN) gewählt werden.

Die Umstellung erfolgt also manuell, was ich als Vorteil empfinde: So bin ich immer sicher, ob wir unbegrenzt Netz via WLAN haben oder uns einschränken müssen.

Unterstützt diese Lösung auch LTE?

Ja, der TP-Link Router unterstützt auch LTE Verbindungen.

Muss ich mich bei diesem System jedes Mal via Notebook neu einloggen, wenn ich ein neues Wifi finde bzw. die Technik zuerst aus- und wieder angeschaltet habe?

Der Bullet merkt sich die Daten des jeweils aktuellen WLANs. Nach aus- und anschalten des Bullets verbindet er sich automatisch wieder zum letzten WLAN, sofern das noch verfügbar ist. Alle eigenen Geräte sind also „einfach“ wieder im Internet, wenn das Boot an gleicher Stelle geblieben ist.

Wenn man in einem anderen Hafen liegt und sich das WLAN geändert hat, muss man sich einmalig neu zu einem WLAN verbinden. Dafür muss in der Admin-Seite des Bullets das gewünschte WLAN gewählt und ggf. Anmeldedaten eingegeben werden.

Probleme und Lösungen zu „Internet auf dem Boot“

Der Bullet hat sich zu einem WLAN verbunden, trotzdem gibt es kein Internet

Problem: Der Bullet scheint sich zu dem ausgewählten WLAN verbunden zu haben. Trotzdem passiert nichts, es kommt keine Anmeldeseite vom WLAN und auch sonst ist kein Internet verfügbar.

Mögliche Ursache: Es besteht zwar eine Verbindung zum WLAN, die ist aber so schwach, dass der Bullet keine IP-Adresse auf dem WLAN-Anschluß zugewiesen bekommen hat, daher ist keine Kommunikation möglich. Das kann im „Main“ Tab unter „DHCP Client“ geprüft werden. Normalerweise müssen da Daten wie IP-Adresse und DNS-Server stehen.

Lösung: Das Boot umlegen, um näher zum WLAN zu kommen 🙂

Die Anmeldeseite eines WLANs erscheint nicht

Problem: Der Bullet hat ein WLAN erkannt, hat eine IP Adresse vom WLAN zugewiesen bekommen und alles sieht gut aus. Trotzdem kommt die Anmeldeseite nicht.

Mögliche Ursache: Das kann ein Problem mit der DNS-Auflösung (also der Umsetzung von sprechenden Domain-Namen wie z.B. booteblog.net zu einer IP-Adresse) sein. Der Router versucht, die DNS-Auflösung mit z.B. dem DNS-Server von Google (8.8.8.8) zu machen, aber das WLAN lässt das noch nicht zu, weil man sich ja erstmal anmelden muss.

Lösung: Im Bullet kann im „Network“ Tab unter „LAN Network Settings“ der DHCP-Server und die Option „DNS-Proxy“ aktiviert werden. Damit leitet der Bullet DNS-Anfragen, die er über seinen LAN-Anschluß bekommt, an den DNS-Server des WLANs weiter.

Wenn diese Option aktiviert ist, sollte die LAN-IP des Bullet (bei mir 192.168.98.1) im D-Link Router als DNS-Server eingetragen sein oder DHCP auf dem WAN-Anschluss im D-Link Router aktiviert sein.

DNS-Proxy Option bei der Bullet Konfiguration
DNS-Proxy Option bei der Bullet Konfiguration

 

8 Kommentare zu “Internet auf dem Boot (7): Fragen, mögliche Probleme und Lösungen

  1. Karl-Heinz Czierpka

    Jaja, der Julian ist schon klasse. Genau das war mein Problem im Sommer. Meistens guter Empfang und alles fein und manchmal eben auch alles fein – aber nix mit Internet. Ich bin mal gespannt, ob mir diese Lösungs-Vorschläge im nächsten Jahr weiterhelfen. Bis hierher schon mal vielen Dank!

  2. Michael

    Hallo Julian,
    Unsere Anmeldeseite fürs Hafen W-LAN lädt nicht. In deiner Anleitung:
    (Wenn diese Option aktiviert ist, sollte die LAN-IP des Bullet (bei mir 192.168.98.1) im D-Link Router als DNS-Server eingetragen sein oder DHCP auf dem WAN-Anschluss im D-Link Router aktiviert sein)
    hast du die Lösung dieses Problems erklärt, nur der Teil, wie die Einstellungen im Router angepasst werden, ist mir noch nicht klar.
    Gibt es hier eine Lösung?
    Gruß aus Herford

Kommentar verfassen