Ankertest: hält die Leine, die ich an die Kette gespleisst habe?

In den schwedischen Schären wir es vermutlich auch mal erforderlich werden, in einer Tiefe von 6, 8 oder auch mal 10 Metern zu ankern. Meine Ankerkette hatte bisher eine Länge von mageren 28 Metern, bei Wind reicht das kaum für 5 Meter Wassertiefe.

Aus Gewichtsgründen wollte ich nun aber auch keine 60 Meter Kette (oder noch länger) im Bug verstauen. Außerdem ist eine Kombination aus viel Kette und viel Leine bei großen Tiefen sowieso schlauer, weil das ganze System dann noch mehr Reck hat, also dehnbarer ist und Stöße besser abfedert.

Also habe ich eine Ankerleine an die Kette gespleisst. Die Leine hat 50m, insgesamt habe ich nun also eine Anker-Leinen-Kombination von knapp 80m Länge.

Spleissen habe ich aber bisher nie gemacht, und auch wenn ich schon dachte, dass ich sauber gearbeitet habe, bin ich trotzdem der Typ, der sowas lieber konkret testet. Denn was nützt es mir, wenn wir mal bei Starkwind irgendwo ankern müssen, und dann die Verbindung Kette-Leine nicht hält?

Also am Samstag kurz nördlich von Damp geankert in 5m Tiefe und dann mal die Kette bis zur Leine rausrauschen lassen. Die Leine habe ich dann auf der vorderen Stb-Klampe belegt, vorher habe ich den Anker eingefahren.

Dann eine Maschine leicht rückwärts, bis Anker und Leine (Geschirr) straff waren. Anschließend dann der wirkliche Test: beide Maschinen AK rückwärts. Das bedeutet, da zerren dann ungefähr 140 zwar ältere, aber gut gepflegte Pferde  an dem Boot…

Zuerst wurde sehr deutlich, dass das Geschirr noch nicht ganz straff war. Denn kurz nach dem Gasgegeben fuhr ein ordentlicher Ruck durchs Schiff, dann erst war wirklich Zug auf dem Geschirr.

Nach zwanzig Sekunden war dann deutlich: ja, es hält. Sowohl mein Spleiss als auch der Anker.

Nachdem ich die Maschinen dann ausgestellt hatte und die Leine wieder von der Klampe lösen wollte, wurde äußerst deutlich, wieviel Zug auf dem Geschirr lastete: die Leine war derart fest um die Klampe gezogen, dass ich sie nur mit Werkzeug wieder lösen konnte, mit reiner Handarbeit war da gar nichts zu machen.

Also: alles bestens, ab sofort können wir guten Gewissens auch in größeren Tiefen sicher ankern!

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