Alea iacta est: am 27.2. geht es los.

Die Bahnfahrt ist nun gebucht:

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Das bedeutet: am 27.2. fahren wir mit der Bahn von Hamburg nach Zwolle, und von dort entweder mit dem Bus oder mit dem Taxi weiter nach Elburg zur Julius.

Vorher fahre ich am kommenden Freitag mit dem Auto nach Elburg und bringe eine gefühlte LKW Ladung an Ausrüstung und Sachen für 9 Tage Überführungstörn zum Boot. An dem Freitag selbst wird das Boot dann auch wieder zu Wasser gelassen, so dass ich dann in aller Ruhe einräumen und dann auf dem Boot schlafen kann. Am Sonntag fahre ich dann zurück nach Hamburg.

Also zwei Nächte auf dem neuen Boot! Ich bin sehr gespannt, wie sich das anfühlt…

An diesem Wochenende werde ich auch die ersten Modifikationen vornehmen:

  • Den vorhandenen Kartenplotter durch meinen Raymarine e7 austauschen.
  • Die AIS Signale via USB vom Außensteuerstand zum Kartentisch führen, so dass ich sie auf meinem Navigations-Notebook habe.
  • Eine 24V Steckdose außen installieren, damit ich das Yoga Tablet durchgehend betreiben kann.
  • Eine 24V Steckdose innen installieren, um mein iPad Mini und andere Geräte aufladen zu können.
  • Den Monitor von der alten, nicht mehr verwendeten Rückfahrkamera abbauen.
  • Alle Geräte noch mal auf Funktion prüfen.
  • Und noch ein paar Kleinigkeiten: Notebook an GPS anschließen, iPad Mini Halterung installieren, Fixierung für das Yoga Tablet am Außensteuerstand anbringen und was mir noch so vor Ort ein- und auffällt.

Auf der Nordsee ist momentan jeden Tag ordentlich Wind, daher werden wir auf jeden Fall die Route über die Ems, Küstenkanal, Hunte und Weser nach Bremerhaven nehmen. In Bremerhaven schauen wir dann, ob und wann es ein Wetterfenster gibt, um über die Nordsee idealerweise nach Helgoland und von dort nach Hamburg zu kommen.

 

MY Julius: im Maschinenraum

Die Julius ist mit Technik vollgepackt und ich möchte Euch auf einen Rundgang durch den Maschinenraum mitnehmen:

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Wobei es eher „rundkriechen“ heißen müsste, Stehhöhe hat man dort nämlich nicht. Im Foto oben seht Ihr den Blick durch die Tür zum Maschinenraum.

In der Mitte thront natürlich die Antriebsmaschine, eine DAF 815, 6 Zylinder mit 8,4 Litern Hubraum. Das ist eine echte Industriemaschine und für den Dauerlauf gemacht.

Vom Foto aus gesehen vorne an der Maschine läuft die Antriebswelle und ist die Hydraulikpumpe angeflanscht. Das Hydrauliksystem wird für die Ruderanlage und die Stabilisatoren benötigt. 

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MY Julius: Navigationselektronik – was vorhanden ist und was geändert wird

Ihr wisst: Ich habe gerne ein umfangreiches Navigationssystem. Auf der Xenia habe ich nur noch elektronisch navigiert. und so werde ich es auch auf der MY Julius halten. Das Schiff hat schon einiges an Navigationssystemen, aber – natürlich – noch nicht alles, was ich gerne hätte.

Hier mal Innen- und Außensteuerstand:

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Also, was haben wir? 

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MY Julius: die Ruderanlage

Eine Besonderheit auf dem neuem Boot ist sicherlich die Ruderanlage.

Hier mal der Innensteuerstand:

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Wie man sieht, sieht man kein Steuerrad. Ein etwas ungewohnter Anblick, oder? Die MY Julius ist mit einer hydraulischen Ruderanlage ausgestattet – soweit ist das nichts besonderes, auf sehr vielen Booten wird das Ruder hydraulisch betätigt: Dafür dreht man das Steuerrad, was eine Pumpe bewegt, die dann Hydraulik-Öl durch Leitungen pumpt die dann auf einen Zylinder wirken, der dann letztlich das Ruder in Bewegung setzt.

Auf diesem Boot allerdings ist eine Ruderanlage von Radio Zeeland verbaut, genauer eine Euro 500 die meines Wissens nach im Jahr 2000 installiert wurde. Es ist ganz einfach: alles, was grün ist, gehört zur Radio Zeeland Ruderanlage. 

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Motorkreuzer JULIUS: Ein seegehendes Motorboot für Ostsee, Nordsee und mehr

MV JULIUS, vor Anker in Norwegen im Sommer 2022.

Fünf Jahre lang hatten wir die Xenia, ein großes, stabiles Stahlschiff, die uns viele wunderbare Urlaube auf der Ostsee beschert hat. Die Xenia hat eine liebevolle neue Eignerin gefunden, seit Anfang 2015 sind wir nun mit unserem „neuen“ Schiff (immerhin auch über 20 Jahre alt), der JULIUS, unterwegs (klicke hier für Geschichten zur Überführung der JULIUS von den Niederlanden nach Hamburg im Februar).

Roomtour durch das Langfahrt-Motorboot

Bereit für die offene See

Ich hatte das Gefühl, dass wir bereit für den „nächsten Schritt“ sind. Die Xenia war ein tolles Schiff, und hat uns immer sicher und komfortabel über die Ostsee gebracht. Aber wir wollten weiter entfernte Ziele ansteuern: Bornholm, Stockholm, durch den Limfjord und über die Nordsee zurück, vielleicht mal England, Norwegen oder in die östliche Ostsee… all diese Ziele führen über See, die offener ist als die relativ geschützte westliche Ostsee. Mit der Xenia wäre das nur bei wirklich wenig Wind gegangen. Wenn man beliebig Zeit hat macht das nichts. Beliebig Zeit haben wir aber nicht.

Kein Haus. Dafür ein Schiff.

Daher hatte ich schon länger im Hinterkopf, dass ich auf eine Immobilie verzichte und lieber in ein neues Schiff investiere. Ab und zu habe ich mal aus Neugier in den Bootsbörsen rumgeguckt. Gesucht war ein möglichst seegehender Motorkreuzer mit diesen Eigenschaften:

  • Am liebsten Rundspant-Rumpf, mindestens aber Multi-Knickspant,
  • Große Kraftstoff-Tanks, mindestens 1.500 Liter,
  • Großer Frischwasser-Tank.
  • Frischwasser-Filteranlage wie auf der Xenia oder besser.
  • Eine Maschine, Langsamläufer, ordentlich Hubraum, mit professioneller Diesel-Filteranlage.
  • Generator um stromtechnisch unabhängig zu sein, alternativ ausreichende Solaranlage.
  • Aufteilung analog zur Xenia, also abgeschlossene Bugkajüte, Achterkajüte, dazwischen Dinette, Pantry und Salon, Innenfahrstand und Außenfahrstand.
  • möglichst komplette Navigation mit Radar, Funk, Autopilot, Echolot, Windmesser.
  • und als Sahnehäubchen Flopperstopper oder hydraulische Stabilisatoren.

Also kurzgefasst: Alles, was man für lange Törns über offene See (inklusive Nordsee) und viele Tage Unabhängigkeit braucht. Und das ganze innerhalb eines Budgets, was deutlich unter dem eines Hauses liegt.

Eigentlich sollte das alles noch nicht so schnell passieren. Dann bin ich aber auf diesen Bekebrede Kotter hier gestoßen:

Und ich hatte beschlossen, einfach mal hinzufahren (nach Elburg, Niederlande) und spaßeshalber mal zu gucken. Mit welchem Ergebnis?

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