Massiv verstärkt: So hält mein 220kg Beiboot mit 30PS an den Davits

Nun hängt mein Tender wieder, nachdem die Davits massiv verstärkt wurden.

Ich hatte Anfang des Jahres ausführlich über unseren neuen Tender geschrieben, ein AB Alumina 11 ALX Aluminium RIB. Das hatte ich mit einem 20 PS Mercury Motor bestellt und bekommen. Damit wog das Beiboot runde 180kg, was echt schon grenzwertig für meine Davits war.

Daher hatte ich provisorisch Verstärkungen gebaut, die ich hier beschrieben hatte. Zu Erinnerung, so sah das aus:

Ein Spanngurt als provisorische Verstärkung, um beide Arme zu verbinden.
Und ein anderer Spanngurt, um die Arme mit einer massiven Relingstütze zu verbinden und damit die Sockel zu entlasten.

Zwei Spanngurte also, mit denen ich die Gesamtkonstruktion etwas robuster gemacht hatte. Tatsächlich hat uns diese zugegeben etwas primitive Maßnahme gut durch die Saison gebracht: Das 180kg Beiboot hat einwandfrei an den Davits gehalten, auch bei deutlichem Seegang.

Die 20 PS haben aber nicht gereicht. Mit vier Personen kam das Boot keinesfalls ins gleiten, und mit dreien nur sehr, sehr mühsam oder auch gar nicht. Nun wollte ich aber auf jeden Fall einen richtigen, großen Haken an das Thema machen. Ein Tender für die nächsten acht oder zehn Jahre soll es sein!

Also habe ich den Motor noch mal gegen die 30 PS Version tauschen lassen (Bericht dazu folgt!). Der allerdings wiegt noch mal fast 40 Kilo mehr. 40 Kilo! Da sind wir dann bei 220kg, die da am Heck meiner JULIUS an den Davits hängen. Dafür ist die Konstruktion bisher einfach nicht ausgelegt. Und auch wenn bekanntermaßen nichts so lange hält wie ein Provisorium, so darf das in diesem Fall keinesfalls so sein.

Nun im Spätherbst war ohnehin mal wieder eine Werftzeit bei Julius Grube in Hamburg angesagt. Und wer, wenn nicht die Jungs dort, könnte mein Davit Problem lösen?


„Mann mann, was willste denn da auch eine halbe Barkasse dran hängen…?“

mein der Werftchef, als wir uns zusammen meine Davits anschauen und meine Ideen zur Verstärkung diskutieren. Fachmännisch guckt er auf die Schweißnähte der Arme an ihren Sockeln:

„Guck mal, an den Ecken, da sind schon feine Risse zu sehen.“

Ein Blick genügt dem Mann, um sowas zu sehen. Ich sehe nix außer einer durchgängigen Schweißnaht. Aber auch Klaus, einer der erfahrenen Metallbauer auf der Werft, bestätigt die Diagnose. Wird also höchste Zeit, dass mein Provisorium einer echten Lösung weicht!

Die Punkte, an denen ich die Arme mittels Spanngurte „verstärkt“ hatte, waren schon so schlecht nicht gewählt. Auch die Idee, eine Verbindung zu der massiven Relingkonstruktion zu schaffen, findet Zustimmung.

Die Fachmänner denken ein paar Tage nach, dann macht Klaus sich an die Arbeit. Meine Davits werden abgebaut und in die Werkstatt verfrachtet. Wiederum einige Tage später kommen Klaus und sein Kollege Igor mit meinen Davits und diversen weiteren Teilen und beginnen mit der Montage.

Anschließend bin ich: Begeistert! So sieht die Lösung nun aus:

Zwei starke Edelstahl Rohre mit innenliegender Gewindestange schaffen nun eine feste Verbindung zwischen beiden Armen.
Die Gewindestange geht durch den Davit-Arm und durch das Rohr bis zur anderen Seite.
Von außen fixieren ein Ring und eine Hutmutter das Rohr.
Das untere Rohr ist dann noch mit einer stabilen Montageplatte an der sicher 50mm durchmessenden Relingstütze befestigt.
Und schließlich wurden an den Sockeln die M8 Schrauben gegen M12 getauscht.

Alles wurde genau so umgesetzt, wie ich mir das vorgestellt habe. Handwerklich sehr sauber und voll am Ziel orientiert. Das obere Rohr schafft eine feste Verbindung beider Arme dort, wo der Tender im Seegang hin- und her zerrt.

Das untere Rohr macht die Konstruktion generell fester und sorgt vor allem für eine deutliche Entlastung der Sockel, in dem es die Last, die an den Armen hängt, teilweise auf die Relingstütze überträgt. Die Sockel wurden nachgeschweißt und sind nun mit ordentlichen M12 Schrauben befestigt – ein ganz anderer Schnack als die M8 Schrauben, die da vorher drin wahren. Ach ja, und den 4mm Edelstahldraht hatte ich schon vorher gegen eine 6mm Version getauscht.

Wenn da nun die 220kg des Tenders dran hängen macht die Konstruktion einen sehr festen, stabilen Eindruck. Zusammen mit der Abspannung auf beiden Seiten scheint mir das nun eine echte Lösung zu sein.

Die Davits mit hochgezogenem Tender und der Abspannung.
Davits und Tender von oben.

„Nun müssen nur noch deine Kästen halten…“

sagt Klaus und meint damit die Arme der Davits. Ob das jetzt noch eine Schwachstelle ist? Ich denke nicht.

Wie immer bin ich von den Lösungen der Grube Werft total überzeugt. Ich bin da nun schon seit bestimmt 8 Jahren immer wieder, und jedes Mal kostet es mich zwar deutlich spürbar Geld, aber ich verlasse die Werftzeit auch mit einem sehr guten Gefühl.

Innerhalb dieser Werftzeit hat die JULIUS noch weitere Verbesserungen bekommen – darüber schreibe ich noch. Der Tender aber, dieses wunderbare Beiboot mit nun sehr potenten 30 PS, den kann ich nun auch bei Seegang sicher mitführen. Damit habe ich ihn nun, den großen Haken hinter dem Thema „Neuer Tender“!

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