Ich hätte so gerne Schwimmstege…

Als Winterfahrer muss man echt Kompromisse eingehen. Dass in den Häfen noch kein Wasser und auch sonst kein Betrieb ist, kann ich verstehen. Und mit der Julius bin ich ja lange autonom, das ist also nicht schlimmm.

Aber dass in den ganzen gezeitenabhängigen Häfen keine Schwimmstege ausliegen, nervt schon etwas. In Emden war das so, und in Oldenburg mussten wir auch direkt an der Kaje festmachen.

Nun habe ich für den Rest der Route recherchiert: in Helgoland sollen zumindest ein paar Meter Steg liegen, aber die reguläre Steganlage ist auch dort noch im Winterschlag. Genauso im Außenhafen in Glückstadt. Also werde ich auch dort direkt am Kai festmachen müssen, was ich als etwas nervig empfinde.

Ich könnte auch ankern – aber die Nacht über mit einem Anker, mit dem ich noch nie geankert habe, in einem Tidengewässer ankern – das klingt nach einer schlechten Idee. Sowas würde ich erstmal am Tage testen wollen.

Ich werde sehen, wie es sich ergibt. Auf jeden Fall bleibt es spannend. Am Freitag geht es weiter.

Nachtrag vom 10. März:

In Helgoland liegen an der Ostkaje zwei kurze Schwimmstege aus, so ein Hinweis von segeln-forum.de. Das ist ja schon mal was!

Hafentag in Bremerhaven, morgen geht es nach Hamburg

Heute haben wir uns einen schönen Urlaubstag in Bremerhaven gemacht. Wir haben gut mit frischen Brötchen gefrühstückt und sind dann in den Zoo am Meer. Das war sehr nett! Ein wirklich gut gemachter Zoo, man kann die Tiere sehr gut sehen und beobachten und es gibt eine Menge zu lesen und zu lernen.

Wo kann man sonst schon mal einen Eisbären unter Wasser beim Schwimmen zugucken? Oder eine junge Eisbär-Dame beim Spielen mit einem Ball?

Dann haben wir noch ein paar Sachen für die Julius geshoppt und haben den Tag einfach ruhig verbracht.

Morgen macht der Überführungstörn dann eine Pause und wir fahren erstmal nach Hause. Am kommenden Freitag geht es dann weiter, aller Voraussicht nach dann nach Helgoland zu bunkern. Anschließend geht es mit der Tide in einem Rutsch bis Glückstadt, und am kommenden Sonntag dann nach Hamburg.

Auf jeden Fall steht die Tide an diesen Tagen günstig, und die Windvorhersage ist bisher auch gut.

Fest in Bremerhaven

Heute sind wir entspannt um 0930 aus Oldenburg los gefahren, kurz vor Niedrigwasser. So konnten wir durch die Eisenbahnbrücke bei Oldenburg direkt durchfahren, ohne eine Öffnung anzufordern.

In der Hunte war dann schon ziemlich wenig Wasser, das heißt: es war ganz schön eng. Zum Glück kam uns kein Binnenschiff entgegen. Und es war noch 3,5m tief, also alles kein Problem.

Ansonsten war die Fahrt unspektakulär. Meine gestrige Optimierung an der Ruderanlage bzgl. der 0-Stellung des Ruders hat was gebracht. Es ist noch nicht 100%ig perfekt, aber 99%ig.

Auf der Weser hatten wir dann für über zwei Stunden die Tide gegen uns, was aber letztlich nur 2 bis 2,5 Knoten ausgemacht hat. Der Tipp in einem der Kommentare hier im Blog, diesen Gegenstrom einfach zu aktzeptieren, war goldrichtig. Und als Bremerhaven in Sicht war, hatte die Tide schon gekippt und wir waren wieder mit Normalgeschwindigkeit unterwegs.

Dann sind wir erstmal in die Geeste reingefahren, unter der Kennedybrücke kamen wir direkt durch. Und vor und nach der Kennedybrücke sollte ein Schwimmsteg sein. Aber wo ist der natürlich? Im Winterlager. Oder in Reparatur. Oder sonstwo, auf jeden Fall nicht, wo er hingehört.

Wir wollten schon weiter in die Geeste rein fahren, dann kam aber der rettende Hinweis in Form eines Kommentars zu meinem gestrigen Blog Eintrag: die Lloyd Marina hinter der Sportbootschleuse ist in Betrieb.

Ein richtige Hafen? Mit Stegen und womöglich sogar Strom und Müllentsorgung? Das wär ja zu schön… in meinem Nordseeführer stand allerdings, dass die Schleuse zu dieser Jahreszeit ab 15 Uhr keinen Betrieb mehr hat.

Ein paar Telefonate später war das aber geklärt. Wir haben die Schleuse auf UKW angerufen und uns dann schnell auf den Weg gemacht. Da war schon richtig ablaufendes Wasser mit um die drei Knoten Strömung, die quer zur Einfahrt der Schleuse stand. Es ging aber alles gut und wir haben die beste und bequemste Schleuse bisher erlebt – mit Schwimmstegen. Welch ein Luxus! Einfach festmachen am Steg und abwarten.

Und nach der Schleuse war dann die Lloyd Marina zu sehen, die tatsächlich in Betrieb war. Perfekt!

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Nach dem Festmachen und Klärung der Formalitäten im Hafenbüro sind wir noch ein wenig in der Gegend hier spazierengegangen. Und wir waren sehr positiv überrascht. Erinnert ein wenig an die Hafencity in Hamburg – viele schicke Häuser. Und direkt am Hafen ein Zoo, das Klimahaus, ein Schiffsmuseum in Reichweite und – ganz wichtig für die Mädels – zwei Einkaufszentren mit allem, was das Shopping-Herz begehrt.

Also, hier kann man sich wohl fühlen. Und der Hafen ist sicher in allen Belangen, und bezahlbar auch noch.

Damit ist die Entscheidung gefallen. Wir werden uns nicht bei Südwest 6-7 gegen die Tide nach Cuxhaven oder Helgoland quälen. Das macht einfach keinen Sinn.

Besser ist es, die Julius hier einfach ein paar Tage liegen zu lassen und am kommenden Freitag geht es dann weiter. Wie und wann genau plane ich noch, aber die Tide steht dann viel, viel, viel besser. Und auf akzeptablen Wind kann ich nur hoffen.

Hier noch ein paar Fotos:

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Soll ja auch irgendwie Urlaub sein – ein Hafentag in Oldenburg

Da wir ja sowieso einen Tag hängen und daher die Tide in Bremerhaven noch ungünstiger ist, als sie bei der ursprünglichen Planung schon war, und dazu auch noch weiterhin viel Wind angesagt ist, haben wir uns den Luxus eines Hafentages gegönnt.

Und das war auch richtig so. Alle hatten Lust, einfach mal einen Tag nicht zu fahren, und Oldenburg ist eine wirklich hübsche, nette Stadt. Und irgendwie soll es ja auch Urlaub sein – ein bisschen zumindest.

Und es war ein erfolgreicher Hafentag! Steffi hat ein paar schöne Sachen für das Schiff geshoppt und außerdem noch ein Kleid. Lena hat eine Hundeschule von Playmobil ergattert, Leo hat nichts gefunden, und selbst ich habe mir mal ein neues paar Schuhe gekauft. Da hat sich doch der Hafentag auch für Oldenburg gelohnt 🙂

Außerdem habe ich eine Kleinigkeit bei der Ruderanlage optimiert (0-Stellung von Tiller und Ruder waren nicht perfekt synchron). Dazu muss ich den Support von Radio Zeeland loben – ich bin ja nun kein professioneller Kunde, und die Euro 500 ist eine alte Anlage, trotzdem haben wie mir nach einem Tag kompetent geantwortet, wie ich so eine Einstellung vornehmen kann.

Außerdem habe ich noch die Warmluftschläuche der Heizung weiter isoliert. Ein Teil der Schläuche im Maschinenraum fehlten mir noch, und daher war es im Maschinenraum immer wärmer als in der Kajüte, was ja nun irgendwie ungerecht ist.

Nun geht es mir frischen Kräften gleich weiter nach Bremerhaven. Die Tide ist ungünstig und wir werden auflaufendes Wasser gegen uns haben, aber ein netter Mensch hat in einem Kommentar gesagt, dass das auf der Weser nicht so wild ist. Außerdem sind es nur 32 Meilen heute.

Und dann sind wir mal ganz gespannt, ob in Bremerhaven schon die Stege ausliegen 🙂

Von Surwold nach Oldenburg

Nur eine mehr oder weniger kurze Meldung. Und auch hier liefere ich Fotos nach.

Heute konnten wir es etwas ruhiger angehen lassen. Der Küstenkanal ist natürlich unabhängig von der Tide, allerdings sollte man in der Schleuse Oldenburg irgendwann um Hochwasser sein. HW Oldenburg war heute um ca. 1530, ungefähr fünf Stunden brauchten wir für die Fahrt, also reicht ein Start um 1000 für ein entspanntes Zeitpolster.

Das bedeutete: ausschlafen (was hoffnungslos war, weil ich sowieso um sieben aufwache…) und den Luxus, Brötchen holen zu können! Also haben Leo und ich uns um 0815 angezogen und wollten zum Bäcker. Leider war aber das Tor zum Gelände des Hafens abgeschlossen – wir kamen nicht raus. Und nun?

Den Kontakt aus dem boote-forum wollte ich um die Zeit noch nicht anrufen. Und während wir vor dem Tore standen und überlegten, kam der Schornsteinfeger. Der hatte einen Termin um 0830, um die Heizung im Clubhaus durchzumessen. Ein netter Kerl, der meinte, dass gleich jemand kommt und mit dem ich in der Zwischenzeit über Boote, Fußball und sonstwas geschnackt habe.

Irgendwann war dann 0830 durch, und keiner kam, um das Tor aufzuschließen. Dann rief der Schornsteinfeger bei seinem Chef an, und der sagte ihm, dass der Termin eigentlich woanders wäre. Netterweise organisierte der Schornsteinfeger aber noch die Telefonnummer von dem Hafenmeister und rief ihn an, ob er nicht mal vorbeikommen kann weil hier arme Bootsleute stehen, die gerne durch das Tor möchten.

Das hat dann auch geklappt, keine fünf Minuten später war der Mensch da und entließ uns in die Freiheit. Vorher haben wir noch darüber gesprochen, ob und wie ich Wasser bunkern könnte. Unser Tank war zwar noch eben über halbvoll, aber wer weiß, wo wir sonst hätten bunkern können. Und tatsächlich war der Hafenmeister so nett, die Wasserhähne für uns wieder anzustellen, obwohl sie eigentlich noch im Winterschlaf waren.

Also konnten wir Bröchten holen und danach Wasser bunkern – alles perfekt, oder?

Bis dahin schon. Doch als ich nach dem Frühstück die Maschine startete, war ich doch etwas irritiert: Die Motor-Instrumente am Außensteuerstand gingen nicht, und am Innensteuerstand zeigte der Drehzahlmesser nichts an und die Lichtmaschine lieferte keinen Strom.

Das war ärgerlich. Wir wollten los, und ich hatte wenig bis überhaupt keine Lust, jetzt Fehlersuche zu betreiben. Aber von selbst lösen sich solche Probleme ja auch nicht, also fügte ich mich meinem Schicksal und suchte den Fehler.

Nach einer Stunde waren die Probleme gelöst: Am Außensteuerstand war eine Sicherung durchgebrannt, weil wir gestern mal probiert hatten, die Maschine über den „Stop“-Knopf am Außensteuerstand anzuhalten. Die Sicherung ist dafür aber wohl nicht ausreichend dimensioniert, also brannte sie durch und deswegen ging am Außensteuerstand kein Motor-Instrument mehr.

Die nicht funktioniertenden Drehzahlmesser hingen mit der Lichtmaschine zusammen, die keinen Strom lieferte. Die Ursache dafür habe ich nicht gefunden – nach ein paar Motorstarts ging es auf einmal wieder. Das muss ich also weiter beobachten.

Dann ging es mit gut einer Stunde Verspätung endlich los Richtung Oldenburg.

Die Fahrt war unspektakulär. Der Küstenkanal ist eigentlich hübsch, aber direkt am Kanal führt eine viel befahrene Bundesstraße entlang, deren Lärm etwas nervt. Auf jeden Fall gibt es viele gerade Strecken, wo das Schiff dank der automatisierten Ruderanlage von selbst genau geradeaus fährt.

Um 1540 kamen wir dann bei der Schleuse Oldenburg an, hinter der dann wieder das Tidengewässer beginnt. Wir konnten sofort einfahren und wurden schnell geschleust. Natürlich fing es in der Schleuse heftig an zu regnen und es wurde etwas ungemütlich. Nach der Schleuse hörte der Regen wieder auf, nur um genau zum Anlegemanöver (kurz hinter der Schleuse) wieder anzufangen.

Im Regen haben wir dann überlegt, wo wir anlegen:

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Da war ein Schwimmsteg von einem Verein, aber die Tür nach außen wäre dort natürlich auch wieder verschlossen gewesen. Gegenüber vom Verein gibts eine Spundwand, die den öffentlichen Anleger für Oldenburg repräsentiert. Eigentlich nicht schlecht, aber wie macht man ein einer Spundwand fest, wenn es 2,7m Tidenhub gibt?

Wir haben uns trotzdem für die Spundwand entschieden, damit wir nicht eingesperrt sind. Schließlich wollen wir uns Oldenburg auch etwas angucken.

Um den Tidenhub auszugleichen habe ich einfach viel Lose in die Leinen gegeben und eine Holleine an einer Leiter festgemacht, so dass wir das Boot einfach zur Leiter ziehen können, wenn wir an Land wollen. Bei Hochwasser kann sich das Schiff nun ziemlich viel bewegen, aber dafür müssen wir nicht ständig die Leinen je nach Wasserstand dicht holen oder fieren.

Von Oldenburg haben wir noch nicht viel gesehen, das werden wir aber morgen nachholen. Denn morgen werden wir einen Hafentag einlegen! Nach der ganzen Strecke haben wir uns das verdient, und außerdem werden wir ja sowieso in Bremerhaven stecken bleiben, wenn ich nicht noch einen guten Einfall habe. Details dazu folgen.