Und irgendwas passiert dann halt doch… R.I.P. Heizung

Gerade habe ich die Technik gelobt, da passiert dann doch was. Schon als ich bei der ersten Begutachtung der Julius gesehen hab, dass die Heizung eine Webasto Air Top 32 (fast baugleich zur ehemaligen Webasto HL 32) ist dachte ich „die wird wohl mal ausgetauscht werden müssen“.

So sieht das Heizgerät aus:

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Die Air Top 32 ist eine Diesel-Luftheizung: Diesel wird verbrannt und damit Wärme erzeugt. Luft wird angesaugt, erwärmt und in das Schiff geblasen. Sehr einfaches Prinzip und mittlerweile auch sehr ausgereift.

Webasto ist eine gute Marke, und die Heizungen sind in der Regel sehr zuverlässig. Aber: die Air Top 32 ist bummelige 20 Jahre alt und ich war ehrlich gesagt erstaunt, dass sie überhaupt noch so gut lief. Am Freitag Abend jedenfalls schaltete sie sich auf einmal von selbst aus. Und ab dann sprang zwar noch der Lüfter, nicht aber die eigentliche Heizung (also die Diesel-Verbrennung) an.

Eine Untersuchung am Samstag ergab, dass die Kraftstoffpumpe nicht mehr lief. Das kann zwei Ursachen haben:

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Von Kappeln über Olpenitz zurück nach Damp

Am Freitag kam nachmittags meine Mutter mit dem Fahrrad zu uns nach Kappeln. Im Sommer wohnt sie quasi auf dem Campingplatz bei Schuby, einen Steinwurf entfernt von unserem Liegeplatz in Damp. Und von Damp nach Kappeln ist es eine schöne Fahrradtour, und so kam sie zum Kaffee zu uns.

Während meine Mutter die Julius natürlich schon ausgiebig besichtigt hat, ist sie aber bisher noch nicht mitgefahren. Und es war zwar immer noch etwas kühl, aber sonnig und windarm und der Weg von Kappeln nach Damp ist ein Katzensprung – welche bessere Gelegenheit konnte es geben?

Folglich haben wir uns spontan entschlossen, ihr Fahrrad an Bord zu hieven und doch noch gegen 1630 zum Spätnachmittagstörn zurück nach Damp abzulegen. Eben vorher wurden wir noch Zeugen einer „Just Married“ Tour auf der Schlei:

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Man beachte die steuerbord achtern hinterhergeschleppten „Dosen“!

Der Ableger war entspannt (kaum Strömung), und im Folgenden konnten wir meiner Mutter eine schöne und ruhige Kreuzfahrt bieten. Und weil wir Zeit hatten und das Wetter passte, haben wir einfach mal in Olpenitz geguckt, wie es dort so voran geht:

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Olpenitz war lange Zeit Marinestützpunkt, wurde aber irgendwann aufgegeben. Ein stark motivierter Projektplaner wollte aus dem Gelände eine irrsinnig große Anlage mit Tiefwasser-Marina, Luxus-Ferienhäusern, Luxus-Hotels, Hallen-Liegeplätze, Indoor-Ski-Halle etc. pp. machen. Natürlich waren die Pläne hoffnungslos unrealistisch, und so ging nach den ersten Häusern das Geld aus. Irgendwann dann übernahm ein anderer Investor das Projekt, streichte all den Größenwahn und teilte es in realistische Häppchen auf, und seitdem passiert dort was. Hier mehr Fotos:

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Aus dem Maschinenraum: Stopfbuchse nachziehen und abdichten

Der Maschinenraum der JULIUS
Heute gibt es mal wieder etwas aus dem Maschinenraum.

Am Freitag wollten wir in Kappeln bleiben, so dass ich Zeit hatte, mal nach der Stopfbuchse zu gucke. Denn: seit der Überführung von Holland habe ich Wasser in der Bilge. Nicht viel, aber mit mit den Betriebsstunden zunehmend. Das Wasser war bräunlich und fettig, und die Spur zog sich zur Welle hin. Folglich war die Stopfbuchse der Hauptverdächtige, und ich wollte sie abdichten.

Für Nicht-Maschinisten: Der Motor treibt den Propeller über eine Welle an. Der Motor ist im Schiff, der Propeller draußen. Folglich muss die Welle irgendwo von innen nach außen geführt werden. Und damit an dieser Schnittstelle kein Wasser in das Schiff kommt, muss die Welle abgedichtet werden. Nur kann man eine drehende Welle nicht einfach mit einer normalen Dichtung abdichten. Schlaue Ingenieure haben sich vor langer Zeit die Konstruktion der Stopfbuchse zur Lösung dieses Problems ausgedacht.

Prinzip einer Stopfbuchse
Prinzip einer Stopfbuchse (By Schorschi2 (Transfered by Krokofant/Original uploaded by Schorschi2) [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons)
Bei der Google Patentsuche findet sich eine andere, bessere schematische Darstellunghier klicken (Danke an Tom für den Hinweis).

Vereinfacht gesagt ist die Stopfbuchse ein Hohlraum um die Welle, in dem ein pressbares Dichtungsmaterial eingesetzt ist. Die Stopfbuchse kann mit der Brille weiter oder enger gemacht werden, je nachdem, wie stark das Material (die sogenannte „Packung“) an die Welle gepresst werden und damit abdichten soll. Wenn zu wenig Druck da ist, kommt zu viel Wasser in das Schiff. Mit zu viel Druck dagegen wird die Konstruktion durch Reibung zu warm und kann im extremen Fall sogar zu großen Schäden an der Welle führen.

Bei der Julius sieht das so aus:

Der Ring zum nachziehen und damit abdichten der Stopfbuchse.
Der Ring (die „Brille“) zum nachziehen und damit abdichten der Stopfbuchse.

Unter der Stopfbuchse steht eine Schüssel, um Wasser aufzufangen. Die war übervoll, und rund um die Buchse waren Fettspritzer. Die Welle wird bei der Julius nämlich zusätzlich noch gefettet (bei der Xenia wurde nur mit Wasser geschmiert), und wenn die Stopfbuchse zu locker ist, tritt ein Wasser-Fett-Gemisch aus und spritzt durch die drehende Welle überall hin.

So sah es unter der Welle aus:

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Vom Alsen Sund nach Kappeln

Der Urlaub der kurzen Schläge setzte sich auch am Donnerstag fort: In Kappeln waren Heringstage und wir wollten versuchen, dort einen Platz im Stadthafen zu bekommen. Außerdem waren Freunde von uns in der Nähe, mit denen wir gerne etwas Zeit verbringen wollten.

Also sind wir am Donnerstag um 0915 ankerauf gegangen, damit wir um 1000 in Kappeln durch die Brücke kamen. Ja, wenn wir den Mast legen, würden wir auch so durch die Brücke kommen – aber wenn wir uns die Zeit einteilen können, ist die Durchfahrt durch die geöffnete Brücke bequemer.

Donnerstag war Vatertag, und auch die Dänen scheinen diesen Tag zu begehen – zumindest diese drei Herren hier, die schon am Morgen eine Tour mit dem Ruderboot auf dem Alsen Sund unternamen:

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Von Flensburg über Sønderborg in den Alsen Sund

Nachdem der Dienstag mal windarm und relativ warm war, kam der Wind am Mittwoch wieder zurück. Aber immerhin nur mit um die 5 Windstärken, statt bis zu 7 wie am Sonntag. Zusammen mit den wieder sehr frischen Temperaturen reichte das aber, um uns die Lust auf beispielsweise Aerø zu nehmen. Ankern in der Bucht von Aeroskøbing macht irgendwie mehr Spaß bei gutem Wetter.

Also sind wir bei den kurzen Schlägen geblieben und sind einfach wieder die Flensburger Förder hoch nach Sønderborg gefahren. Auf der Höhe von Holnis haben wir dabei die Dagmar Aaen von Arved Fuchs getroffen:

DSC04743Arved Fuchs hat mit diesem Schiff schon ganz erstaunliche Reisen in die Arktis unternommen, und wir haben uns gefreut, sie mal live zu sehen – wenn auch nur aus der Ferne.

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