Svaneke am Montag mit einer Stippvisite in Listed

„Und wo geht es morgen hin?“ fragten wir uns am Montag Abend, nachdem wir ja von Christiansø nach Svaneke gefahren waren.

Eine gute Frage. Weiter nach Norden sind noch mehr Felsen und Klippen, aber alle Häfen bis auf einen sind winzig oder überlaufen oder beides. Im Süden gibt es noch Nexø, und danach muss man um die Insel herum und nach Rønne fahren, der größten (oder besser gesagt, am wenigsten kleine) Stadt Bornholms.

Letztlich haben wir uns dafür entschieden, die Frage zu vertagen und einfach erstmal in Svaneke zu bleiben. Denn dann könnten wir „Rund Bornholm“ am Dienstag machen – mehr dazu in nächsten Bericht.

Der Montag in Svaneke war in jedem Fall schon mal sehr gelungen. Das Wetter super und zumindest in der Sonne schön warm, so dass wir sogar mutig genug waren, zu baden. Direkt an der Mole von Svaneke ist eine Badestelle. Auf dem Wasser waren hier und da ein paar Algen, die vom leicht auflandigen Wind hereingetrieben wurden, aber der Skipper höchstselbst ging mit gutem Beispiel voran und sprang (naja, ging langsam über eine Leiter…) in die kalte Flut:

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Sich schnell zu bewegen half dabei, denn das Wasser wurde dem menschlichen Wunsch nach Abkühlung mehr als gerecht. Der Rest der Familie folgte und schnell waren wir alle gut gekühlt und ließen uns durch die Sonne wieder trocknen und wärmen.

Der Wind war weiterhin nicht nennenswert, die See sehr ruhig und wir wollten gerne Listed sehen. Das ist einer der winzigen (und nicht nur kleinen) Häfen auf Bornholm und liegt nur 1,5 Meilen nördlich von Svaneke:

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Listed

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Listed 55.145330, 15.111694

 

Als Vorbereitung auf Bornholm hatten wir vor ein paar Tagen die Mare TV Folge eben über Bornholm gesehen. Lena war erst beleidigt, dass wir eine laaaaangweilige Dokumentation gucken wollten, fand einige Szenen davon aber dann doch ganz lustig. Unter anderem einen Bericht über Listed, wo der es noch einen echten Hafenmeister gibt, der auch wirklich den Tag über bei seinem Hafen ist und alles regelt, was zu regeln ist.

Ibb heißt der gute Mann, ist schon etwas älter, ehemaliger Fischer, hat in seinem Hafenbüro eine Sammlung von (leeren) Bierdosen aus aller Welt und Kassetten mit Tonaufnahmen von verschiedenen Dieselmotoren. Mit seinem Hosenträger zupft er den Bass zum Shanty-Chor, der von CD spielt. Und einmal pro Jahr kommt der älteste Fischer des Dorfes zum Plausch vorbei. Sonst steht Ibb mit dem Fernglas auf der Mole und wacht, dass nicht schon wieder ein betrunkener Kapitän einen Frachter gegen seine Insel fährt.

Natürlich ist vieles davon überhöht dargestellt, damit es im Fernsehen besser rauskommt. Das ändert aber nichts daran, dass Ibb ein Original ist, und wir neugierig auf Listed waren.

Also haben wir das Schlauchboot klargemacht und uns von seinen 20 Pferden nach Listed tragen lassen. Das ging schnell, obwohl wir relativ weit raus mussten, weil in Ufernähe einerseits eine Menge Fischernetze auslagen und andererseits auch hier und da ein Felsen rumliegt.

Und tatsächlich, direkt nachdem wir mit dem Schlauchboot im winzigen Hafenbecken von Listed festgemacht hatten, kam der echte Ibb an. „Hallo! Wie lange wollt ihr hier liegen? Das Boot, das gerade rausgefahren ist, kommt bald zurück zu diesem Platz.“. Ich war erstmal etwas überrascht – Ibb sah exakt so aus wie bei Mare TV, obwohl die Folge sicher schon ein paar Jahre alt ist.

Eine kurze Erklärung meinerseits, dass wir nur 20 Minuten oder so bleiben, stellte ihn schnell zufrieden. „20 Minuten, das ist gut, kein Problem!“ sagte er und ging zurück zu einem Fischer, mit dem er sich vorher unterhalten hatte. Danach schob er dann einen alten Motor, der auf einer Palette stand, in eine Halle und ging zu seinem Hafenbüro. Alleine diese Szene hätte auch gut zu Mare TV gepasst.

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Listed wirkte auf uns wie der Inbegriff der Entschleunigung. Winzig (sagte ich schon, ich weiß) und sehr ruhig. Es gibt ein Restaurant, was gut aussah, ein Café direkt am Hafen und originellerweise einen Juwelier, direkt neben dem Café. Wenn die Ruhe der Frau zu sehr aufs Gemüt drückt, kann der Mann sie also notfalls mit neuem Schmuck beschäftigen.

Nachdem wir in Svaneke zurück waren, haben wir noch einen schönen Spaziergang gemacht. Direkt am Hafen bei einem Restaurant spielte ein Musiker und die Dänen (und vermutlich auch einige Touristen) genossen sichtlich den Abend.

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Im weiteren Verlauf fanden wir noch einen Baum mit Seilen zum Schaukeln und eine wilde Felslandschaft, in der jemand ein Schäufelchen Sand als Bademöglichkeit geworfen hat, was wiederum gleich einen Campingplatz angezogen hat.

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Das war erstmal genug für den ersten Tag in Svaneke. Für den morgigen Dienstag hatten wir uns Rund Bornholm vorgenommen.

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