Konsequenzen ziehen: Umzüge und eine neue Social Media Heimat

Mastodon ist meine neue Social Media Heimat.

Anfangen hat es, als Youtube mir das #Didit Video von Marc-Uwe Kling zugespielt hat:

Schon länger davor habe ich sinniert, wie ich ganz persönlich dazu beitragen kann, die Digitale Souveränität Europas zu stärken. Das ist nämlich meiner Auffassung nach nicht nur Aufgabe von „der Politik“. Und Nein, dies ist kein Boots-Thema. Ich weiß. Aber eines, das mir wichtig ist.

Europa 🇪🇺, die große Gemeinschaft: Das sind wir. Du und ich.

Ich war lange bei Facebook, und zuletzt hat es mich nur noch angewidert. Schon vor Monaten habe ich dort alles gelöscht und einen Grabstein hingestellt. Whatsapp flog schon vor langer Zeit aus meinem Leben. Crazy Shit, ich weiß. Doch: Es gibt ein Leben ohne Whatsapp. Und es ist besser. Wer mit mir kommunizieren will, der nutzt Signal.

Instagram hat durchaus immer mal was interessantes herangespült. Meist war es aber geprägt vom Doomscrolling. Und all die kurzen Videos, die zu oft völlig aus dem Kontext gerissen sind, haben mich zunehmend unwohl fühlen lassen. Ich habe einen Google Account, in dessen Mailsystem schlummerten 20 Jahre E-Mail Archiv. Apple Produkte nutze ich viel. Microsoft Office gar nicht, aber beruflich alles mögliche von dieser Firma. Und dann ist da Youtube – für mich als Kanal wichtig, aber auch für so viele Boots-, wissenschaftliche und politische Themen.

Ich bin im Kleinen abhängig von US Diensten. Wie Unternehmen, Bundesländer, der Bund, Europa im Großen. Und das fühlt sich zunehmend falsch an.

Allerdings gibt es keinen Hebel, der einfach umgelegt werden kann und durch Zauberhand bewirkt, dass alle Abhängigkeiten aufgelöst sind. Es ist ein Weg, der kein Leichter ist. Für mich im kleinen wie für Unternehmen, Länder und Europa im Großen.

Aber es ist ein Weg, der angefangen werden will. Wann, wenn nicht jetzt?

Und so habe ich 44.000 E-Mails im Google Archiv aufgeräumt, so dass es nur noch eben über 10.000 sind. Ich habe meine E-Mail Adresse bei Strato wiederentdeckt, zu der ich den Google Account umziehen werde (ja, das geht, und ist sogar einfach).

Insta habe ich aktuell nur noch, um mir zugeschickte Links mal anschauen zu können. Meinen Account dort werde ich aber ebenfalls deaktivieren und einen Grabstein hinstellen.

Zahlungen mache ich mit Wero statt Paypal. Zahlungen mit dem iPhone laufen jetzt über die Girocard statt über Mastercard. Als Browser nutzte ich Vivaldi statt Safari oder Chrome (was übrigens für mich eine Verbesserung ist!), sowohl auf dem Mac als auch auf dem iPhone.

Nutzt du Chat-GPT, Gemini, Claude oder eine andere US KI? Ich nutze ich das französische Mistral und vermisse Chat-GPT nicht mehr. Auch im Unternehmenseinsatz ist das ein hervorragendes Werkzeug.

Meine neue Social Media Heimat ist das Fediverse, konkret Mastodon unter https://mastodon.social/@Julian_Buss. Es ist eine Social Media Plattform, die erstmal anders ist. Kein Algorithmus, der das Denken abnimmt und einfach Zeugs zuwirft. Eine Plattform, die mehr zum mitmachen als zum stillen konsumieren gebaut wurde.

Es dauerte einige Tage, bis ich mich da zurecht gefunden habe. Nun werde ich aber belohnt mit einer Gemeinschaft, die freundlich und offen ist. Mit einer netten Willkommenskultur, frei von Geschwurbel und all dem hetzerischen Content, der die anderen Plattformen so vergiftet. Dezentral, frei von Einflussnahme der USA oder anderen großen und nicht wohlgesonnenen Spielern.

Die Reichweite von großen Accounts ist ein Bruchteil von den astronomischen Zahlen der anderen Plattformen. Dafür ehrlich, mit echten Menschen, die sich interessieren.

Es geht nicht darum, sich dogmatisch sofort von allen US Diensten unabhängig zu machen. Das ist unrealistisch. Es geht darum, den Weg zu gehen. Schritt für Schritt, aber kontinuierlich.

Digitale Souveränität lebt vom Mitmachen. Wenn jeder Einzelne zwar munter kritisiert, aber persönlich zu bequem ist, um sein Verhalten zu ändern, passiert nichts.

Dazu gibt es eine Bewegung: „Digital Independence Day“, das Hashtag ist #Didit.

Lehren aus einem Sommer mit viel Bruch

Irgendwo in der Ostsee vor Anker.

Diese Sommersaison war sehr schön: Das idyllische Neuhaus an der Oste entspannte die Seele und im Urlaubstörn ging es einfach nur in die wohlbekannte dänische Südsee.

Wie – Keine Großambitionen, wie nochmal Norwegen oder mal in den englischen Kanal? Nein, das passte dieses Jahr alles nicht, dafür muss mehr Zeit da und das Leben im privaten Umfeld wieder gesetzt sein. Daher ging es nur durch den Nord-Ostsee-Kanal, hoch nach Sonderborg, ein Abstecher nach Flensburg und etwas hin und her in der Südsee.

Und: Das war überhaupt nicht langweilig. Ganz im Gegenteil. Selbst in diesem oft befahrenen Revier habe ich noch neue Plätze entdeckt, so einen Ankerplatz gegenüber von Sonderborg mit einem idyllischen, wildem Strand, auf dem wir mit guten Freunden zusammen einen wunderbaren Abend verbracht haben.

Dazu waren wir zufällig zu genau der richtigen Zeit unterwegs und hatten allerbestes Sommerwetter.

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TO Treffen: Anna über Bord! 😱⛵️“Neustädter Manöver“ live geübt mit echtem Menschen.


Ich war wieder auf dem Sommertreffen vom Trans-Ocean e.V. – dem Verein für Langfahrt-Yachten – in Orth auf Fehmarn. Wunderbare Tage in der Gemeinschaft interessanter und weltoffener Menschen, in der ich mich sehr wohl fühle.

Ein wichtiges Thema an diesen Tagen war: Wie geht man mit der Situation „Person über Bord“ bei kleiner Crew um?

Zuerst gilt hierfür selbstverständlich: Gehe nicht über Bord! Eine Person über Bord ist immer ein kritischer Seenotfall, der ein Mayday erfordert! Um aber überhaupt eine Chance zu haben, jemanden aus dem Wasser zu bergen, haben sich der Trans-Ocean und die Segelschule Well Sailing von Mara Zapp ein Manöver ausgedacht, was explizit für kleine Crews ausgelegt ist: Das „Neustädter Manöver“.

Das hat das Fernsehen interessiert und Anna, eine Redakteurin von RTL hat sich bereit erklärt, in das 16° kalte Wasser zu springen und sich retten zu lassen. Wie das ablief und ein paar Impressionen vom Treffen seht ihr im Video, viel Spaß dabei!

Internet auf dem Boot – Update 2025

Vor neun Jahren (!) hatte ich eine ausführliche Artikelserie darüber gemacht, wie ständig verfügbares Internet an Bord kommt: https://booteblog.net/internet.

Die damals vorgestellte Lösung hat bei mir acht Jahre gehalten. Nicht schlecht für ein IT System! Nun aber wollte ich auf 5G Mobilfunk und Außenantenne aufrüsten. Die Bedeutung von Hafen WLAN dagegen ist bei mir dramatisch geschwunden.

Im obigen Video stelle ich meine aktuelle – sehr einfache! – Lösung vor. Im Grunde besteht sie einfach aus einer guten Antenne draußen und einem Teltonika RUTX50 Router. Den Ubuquiti Bullet M2 als Empfangsgerät für Hafen WLAN hab ich noch, und kann ihn auch über den neuen Teltonika RUTX50 Router betreiben – in der Praxis mache ich das aber sehr selten. Trotzdem: Wer Hafen WLAN nutzen möchte, um beispielsweise Mobilfunk Traffic zu sparen, kann das mit dem Bullet M2 immer noch hervorragend machen. Die Details zum Aufbau aus dem Artikel von 2016 (https://booteblog.net/internet) gelten immer noch.

Im Video findet ihr auch einen Speedtest, der für die abgelegene Gegend, wo ich aktuell liege, wahrlich nicht schlecht aussieht. Viel Spaß beim schauen!

Würde ich es wieder machen? FAZIT Nordsee Törn 2024: Inseln und Flüsse

Dieses Video hatte ich schon im Herbst letzten Jahres angefangen… das Winterhalbjahr war dann aber so ausgefüllt, dass ich mir nicht die Zeit genommen habe, es zu Ende zu machen.

Doch nun hatte ich endlich Muße, mein Fazit über den Nordsee-Törn letzten Jahres fertig zu stellen: Von der Elbe direkt nach Wangerooge (ein langer Törn bei miesem Wetter), weiter nach Spiekeroog, Langeoog, in die Jade nach Hooksiel. Von dort zur Weser nach Bremerhaven und Bremen, schließlich zurück nach Neuhause an der Oste/Elbe. Was war toll? Was war nicht so gut? Würde ich es wieder machen? Mein Fazit hier im Video!