Autark kochen mit Strom, aber Abschied vom Generator: Warum? Und wie geht das?

Elektroherd, Ofen und Mikrowelle auf dem Boot.

Mein Boot hat einen Elektroherd, wir kochen mit Strom. Darüber ist eine Mikrowelle mit Ofen. Grundsätzlich finde ich das super: Kein schleppen von Gasflaschen, keine regelmäßige Gasprüfung, kein weiterer feuergefährlicher Stoff an Bord.

Aber wo kommt der Strom her? Im Hafen theoretisch vom Landstrom, der ist aber häufig zu schwach abgesichert. Und sonst: Vom Generator. Und der macht mir zunehmend Sorgen.

Ich bin schon grundsätzlich kein Fan davon, vor Anker – oder sogar im Hafen – einen Stromerzeuger laufen zu lassen. Er ist deutlich hörbar, und er produziert Abgas. Ein echter Nachteil ist, dass er exakt dann laufen muss, wenn wir kochen möchten. Und wenn das Abends um acht bei einer lauen Sommernacht auf einem tollen Ankerplatz ist.

Wir haben Ideen für die nächsten Jahre, die etwas weiter reichen als ein dreiwöchiger Jahresurlaub. Und immer mehr denke ich über die Art, wie der Generator aufgebaut und eingebaut ist, nach:

Der Generator auf der JULIUS.

„Was ist, wenn an dem Ding mal etwas kaputt ist…?“

Diese Frage treibt mich eigentlich schon seitdem wir die JULIUS übernommen haben um. Fünf Jahre ist das nun her.

„Oder Wartung… mal das Ventilspiel prüfen… mmmh….“

„Und der 230V Generator hinter dem Motor… wie komme ich da ran? Oder die 12V Lichtmaschine?“

Verschiedene solcher Fragen gehen mir jedes Mal durch den Kopf, wenn ich den Stromerzeuger auf meinem Boot sehe. Obiges Bild zeigt es schon einigermaßen, hier noch mal eine andere Perspektive:

Noch mal aus einer anderen Perspektive.

Das ist keine schön verpackte, moderne Einheit aus Dieselmotor und 230V Generator. Hier steht ein Mitsubishi Diesel mit vier Zylindern, der mittels Riemenantrieb mit einem dahinter liegenden 230V Stromerzeuger verbunden ist.

Alles ist in einer engen Nische im Maschinenraum eingebaut. Die Bedienseite des Motors ist gut erreichbar. Aber auch nur die. Alles andere ist so gut wie oder völlig unzugänglich.

Der Riemenantrieb zum unerreichbar hinter dem Motor liegenden 230V Generator.

Auch wenn ich die Dämmung abnehme, ist zwischen Motor und Decke vielleicht zwanzig Zentimeter Platz. An der rechten Seite, wo die Lichtmaschine sitzt, sieht es ähnlich aus. Der Riemen zwischen Diesel und Generator ist praktisch nicht zu wechseln.

Letztes Jahr gab es ein Loch in der Abgasführung. Dann war da der nicht mehr fest sitzende „Sicherungsring“ am Riemenantrieb. Das waren die ersten Probleme, und es werden ganz sicher nicht die letzten sein. Ich konnte den Motor seit fünf Jahren nicht warten, außer vielleicht mal Öl und Kühlwasser zu wechseln. Momentan springt die Lichtmaschine nicht immer an, sie läuft brav mit, erzeugt aber keine Ladung.

Kurz: Der Generator ist eine tickende Zeitbombe.

Wozu überhaupt ein Generator?

Kochen mit Strom, und – wenn wir nicht unterwegs sind und die Abwärme der Maschine nutzen können – Erzeugung von Warmwasser mit Strom. Dafür war ein funktionsfähiger Stromerzeuger bisher immens wichtig. Und je häufiger wir auch mal ein paar Tage durchgehend vor Anker liegen, desto wichtiger ist es, auch zwischendurch die Batterien laden zu können.

Also: Ohne Generator kein Essen und höchstens zwei, drei Tage vor Anker. So einfach ist das. Oder: War es. Oder noch genauer: Wird es hoffentlich demnächst gewesen sein.

Denn neben den oben erwähnten offensichtlichen Nachteilen wird der Generator irgendwann, und ganz sicher mitten bei einem Urlaubstörn, ausfallen. Und nicht oder nicht rechtzeitig reparierbar sein. Dann müssten wir von Hafen zu Hafen tingeln, was so überhaupt nicht mehr unserer Art von Reise entspricht. Und ob wir in Zukunft immer Marinas in der Nähe haben ist nicht sicher.

Daher: Ich will und muss unabhängiger vom Generator werden. Und vielleicht sogar mal ganz ohne auskommen.

Kochen mit Strom. Aber ohne Generator. Wie geht das?

„Du hast doch vier dicke Batterien, da ist doch Strom drin, kannst du damit nicht kochen…?“

Könnte eine – etwas naive – Frage lauten. Und jeder, der ein klein wenig Ahnung davon hat, wie viel Strom so ein Herd zieht, und wie viel Strom in handelsüblichen Batterien gespeichert ist, klatscht sich mit der Hand an den Kopf und ruft aus „so ein Unsinn!“. Wer etwas weniger im Thema ist wird es gleich besser verstehen:

Vereinfacht benötigt ein Herd, wenn alle Platten an sind, um die 7.000 Watt (W) Leistung (zum Vergleich: Ein Fön liegt bei um die 1.500 Watt). Meine vier dicken Batterien können insgesamt 11.520 Wattstunden (Wh) Strom speichern (4 Batterien á 240 Ampérestunden (Ah) bei 12 Volt = 960Ah * 12 Volt = 11.520Wh).

Weil es AGM Batterien sind, können davon aber nur so ungefähr 60% genutzt werden, also 11.520Wh * 0,6 = 6.912Wh.

Eine halbe Stunde Herd mit allen Platten wären – erstmal sehr vereinfacht – 7.000W mal 0,5 Stunden (h) = 3.500Wh. Für einmal kochen wäre also die Hälfte der nutzbaren Batteriekapazität weg.

Viel schwerwiegender ist aber, wie viel Strom fliessen müsste: Auf der JULIUS hat das System 24 Volt, nicht 12 Volt wie bei den meisten anderen Booten. Und damit geht die Rechnung so: 7.000W geteilt durch 24V = 292 Ampére (A). Fast 300A, dafür sind Kabel notwendig die so dick sind, wie die von der Batterie zum Anlasser der Maschine (und nur mal zum Spaß: bei 12V wären das fast 600A!).

Und jetzt sind wir erst beim 24V Gleichstrom – der Herd braucht aber 230V Wechselstrom: Der dickste Victron Multiplus Inverter (Link zu klabauter-shop.de) schafft 5.000 Watt, ist also nicht mal stark genug. Angeschlossen werden müsste er mit fast schon armdicken Kabeln.

Zusammengefasst:

  • Selbst meine vier dicken Batterien reichen gerade mal für eine halbe Stunde kochen (ja, natürlich sind nicht immer alle Platten durchgehend an, dazu komme ich noch…).
  • Es fliessen immense Ströme, die schwer zu bändigen sind.
  • Selbst der dickste Inverter reicht dafür nicht.

„Schwachsinn, mein Lieber. Stell dir einen mobilen Gaskocher hin und gut ist!“

so vielleicht die eine oder andere spontane Reaktion. Vielleicht ist das so. Trotzdem: Gehen wir der Idee doch mal weiter nach und schauen, wohin uns das führt.

Schwachsinn? Oder doch lösbar?

In meiner Arbeitswelt der Softwareentwicklung ist es völlig normal, erstmal unlösbar scheinende Probleme zu haben, die aber trotzdem gelöst werden müssen. Der Ansatz ist: „Teile und herrsche!“: Zerlege das große Problem („Kochen mit Strom an Bord ohne Generator ist nicht möglich“) in kleinere Teilprobleme. Sind die immer noch nicht übersichtlich genug, zerlege sie weiter. Irgendwann sind die kleinen Teile für sich lösbar, und daraus ergibt sich fast immer auch eine Gesamtlösung.

1.) Die „einfache“ Lösung: Kochen mit Gas

E-Herd raus, Gasherd rein, Problem gelöst! Kein großer Strombedarf, Generator nicht mehr notwendig. Eine einfache und relativ günstige Lösung. Dazu energetisch viel effizienter als Diesel via Maschine in verschiedene Stromarten und dann in Hitze zu verwandeln.

Und ja, tatsächlich ist das überlegenswert. Im Detail ist es natürlich nicht so einfach:

  • Platz für Gasflaschen in der achterlichen Last schaffen.
  • Eine Gasleitung einmal durch das ganze Schiff ziehen.
  • Tischlerarbeit für den sauberen Einbau des Gasherds.
  • Und wenn schon Gas, dann wäre ja auch ein Ofen schön. Dafür allerdings wären massive Umbauten notwendig.
  • Die Gasleitungen müssten in der Bilge laufen und durch den Maschinenraum gehen. Das fühlt sich irgendwie nicht richtig an, aber da bin ich vielleicht einfach zu vorsichtig?
Pantry mit E-Herd (Archivfoto).

Trotzdem – kochen mit Gas ist eine Option. Allerdings wäre die Warmwasserbereitung dadurch nicht gelöst.

2.) Vier Platten? 7.000 Watt? Stimmt das? Ist das notwendig?

Das mit den 3.500 Wattstunden bei einer halben Stunde kochen ist natürlich so nicht richtig: Es laufen ja nicht alle Platten durchgehend auf voller Leistung. Vielmehr gehen Platten – zumindest bei einem Elektroherd mit Cerankochfeld – ständig an und aus. Je nachdem, auf welcher Stufe eine Platte steht, ist sie länger an oder länger aus.

Und brauchen wir eigentlich vier Platten? Zu Hause kochen wir viel, meistens auf zwei Kochfeldern, manchmal mit dreien. Alle vier wirklich gleichzeitig im Betrieb haben nur sehr selten. Und auf dem Boot sind die Gerichte fast immer einfacher. Mehr als zwei Platten brauchen wir nicht wirklich.

Damit haben wir das Gesamtproblem schon mal deutlich handlicher gemacht:

  1. Für zwei Platten reicht mein vorhandener Victron Multiplus 3000 Inverter.
  2. Der Strombedarf ist mit zwei Platten deutlich geringer.

Und welche Platten können wir einsetzen? Ich habe da mal nachgemessen (Angaben bezogen auf 24,5V Bordspannung):

links oben: 110A / 2.700W       rechts oben: 60A / 1.500W
links unten: 55A / 1.350W       rechts unten: 85A / 2.100W
Die vier Herdplatten.

Links oben ist tabu oder darf nur einzeln verwendet werden. Die anderen drei können kombiniert werden, solange nur zwei gleichzeitig an sind. Der Victron Multiplus ist für 3.000 Watt Dauerleistung spezifiziert, kann kurzzeitig aber deutlich mehr liefern.

Dazu heizen beide Platten tatsächlich nur sehr selten gleichzeitig, und wenn, dann nur für 30, 40 Sekunden. Das schafft der Victron ohne Probleme. Und was passiert, wenn doch versehentlich mehr Platten verwendet werden? Gar nichts: Der Victron schaltet sich ab, macht eine halbe Minute Pause und geht dann wieder an.

3.) Wie viel Strom brauchen wir nun denn eigentlich zum kochen?

Um zu planen, wie viel Batteriekapazität benötigt wird und wie viel Strom gegebenenfalls auf welcher Weise erzeugt werden muss, muss ich erstmal wissen: Wie viel Strom brauchen wir denn überhaupt zum kochen?

Das kann ich noch nicht endgültig beantworten. Aber erste Tests habe ich gemacht:

BeschreibungVerbrauchSpitzenlastDauerPlatten/Stufe (1-12)
3l Wasser 10° zum kochen bringen , großer Topf, Platte rechts unten~470Wh85A30mrechts unten/6
3l Wasser 20° zum kochen bringen, großer Topf, Platte rechts unten-490Wh85A16mrechts unten/11
500g fertiges Chili Con Carne in kleinem Topf heiß machen, 2m köcheln, dazu ca. 200g Reis in Mikrowelle 1:30 Minuten, Platte links unten~200Wh55A (Platte), ~60A (Mikrowelle)11mlinks unten/12
nach 3m Stufe 2
400g Gyros leicht anbraten, große Platte~220Wh110A11mrechts oben/6
1/2 Becher Reis kochen (Wasser heiß aus dem Wasserhahn),  Zwiebel anbraten, 400g angebratenes Gyros fertig braten~450Wh55A+110A
= 165A
18mrechts oben/6
links unten/8 für 3m, Stufe 1
660g Kartoffeln in ca. 1,5l Wasser kochen, zwei Stücke Pute braten, 1 x Sauce Bernaise warm machen (Mikrowelle)~670Wh55A+110A
= 165A
30mlinks unten/3, dann 1
rechts unten/6

Daraus ziehe ich bisher die folgenden Erkenntnisse:

  • Für mich alleine wären das im Schnitt 600Wh pro Tag.
  • Bei zwei Personen etwas mehr, da schätze ich 700Wh.
  • Für vier Personen ändern sich die Mengen noch mal spürbar. vermutlich wären das im Schnitt dann 1.000Wh pro Tag.
  • Im Sommer verwenden wir auch häufig den Cobb Grill und brauchen den E-Herd gar nicht.

Auf fünf Tage erscheint mir ein Schnitt von 800 Wattstunden Strom pro Tag für den Herd sinnvoll zu sein.

4.) Warmwasser mit dem Boiler erzeugen

„Um 1kg Wasser um 1 Grad zu erwärmen werden 1,16 Wh benötigt.“

so sagt es mir Google. Mein Boiler fasst vermutlich 40 Liter, also 40kg. Macht also 40 * 1,16 = ca. 46Wh pro Grad Erwärmung. Das Wasser bleibt dort lange warm… schätzen wir mal, dass es einmal pro Tag von 40° auf 60° erhitzt werden muss: 20 * 46Wh = 920Wh.

Stimmt das? Ich weiß es (noch) nicht. Der andere Ansatz ist: Ich mache den Boiler pro Tag eine Stunde an, die Heizpatrone hat 700 Watt – das wären dann 700Wh. Ob das reicht, habe ich bisher nicht ermittelt. Dazu werde ich mal den tatsächlichen Strombedarf mit einem Stromzähler für die Steckdose ermitteln.

Eine komplette Energiebilanz. Und dann die Frage: Wo kommt der Strom her?

Bewaffnet mit diesen ganzen Zahlen und einigermaßen tragfähigen Annahmen ist der nächste Punkt eine vollständige Aufstellung einer Energiebilanz: Wie viel Strom brauche ich im Schnitt pro Tag? Wenn das klar ist, kann ich planen, wo der Strom herkommt und wie viel auf welcher Art zwischengespeichert werden muss.

Sicher ist schon mal: Die bisher 300Wp leistenden Solarzellen auf der JULIUS werden dafür keinesfalls reichen.

Die bisherigen Solarzellen mit 300Wp Leistung.

Wo stehe ich bisher? Und was im nächsten Artikel kommt.

Das große, unlösbare Problem konnte ich schon mal handlicher machen schlicht dadurch, dass ich definiere, nur zwei Platten zu verwenden.

Ich habe den Herd probeweise an meinen Victron Multiplus 3000 angeschlossen. Das funktioniert einwandfrei, und ich konnte Tests zum tatsächlichen Stromverbrauch für bestimmte Gerichte machen.

Das zeigt: Der eingeschränkte Betrieb des E-Herds an Batterien mittels Inverter funktioniert.

Im nächsten Artikel kläre ich anhand einer vollständigen Energiebilanz, wie viel Strom auf dem Boot insgesamt notwendig ist. Danach kommen Überlegungen zur Erzeugung und Speicherung der Energie.

Ach ja, und wofür mache ich das alles noch? Als Ziel habe ich für mich definiert:

Im Sommer mindestens fünf Tage durchgehend vor Anker liegen, ohne auf kochen und Warmwasser zu verzichten. Möglichst ohne den Einsatz des Generators.

Ist das erreichbar? Wir werden sehen! Als Appetizer für die nächsten Folgen dieser kleinen Serie:

  • Ich werde meine AGM Batterien durch Lithium erweitern unter Beibehaltung der gesamten bisher vorhandenen Infrastruktur.
  • Ein Jahr lang habe ich gemessen, was meine bisherigen 300Wp Solarzellen tatsächlich gebracht haben. Über diese Erfahrungen werde ich berichten und daraus hochrechnen, wie viel Solarkapazität ich theoretisch benötige.
  • Die Frage „bringt mir ein Windgenerator etwas“ werde ich für unsere Situation beantworten.
  • Wäre es vertretbar, über die Hauptmaschine zu laden?
  • Welche Alternativen zu dem großen Dieselgenerator gibt es und wie sinnvoll sind sie?
  • Bringt es etwas, das Cerankochfeld durch Induktion zu ersetzen?

Bei einigen dieser Fragen war mir wieder einmal Michael Herrmann von yachtinside.de eine große Hilfe. Wer professionelle Hilfe bei ähnlichen Projekten sucht, dem lege ich die Dienste von Michael wie immer ans Herz. Aber Vorsicht: Es besteht die Gefahr, ernsthaften und fundierten Widerspruch zu den eigenen Ideen zu bekommen.

Übrigens: Das oben erwähnte Ziel, mindestens fünf Tage vor Anker strommäßig zu überleben, hat etwas mit den Zielen zu tun, auf die wir für die nächstes Jahr hinarbeiten. Das wird aber noch nicht verraten 🙂

28 Kommentare zu “Autark kochen mit Strom, aber Abschied vom Generator: Warum? Und wie geht das?

  1. Andreas Wagner

    Bezüglich laden mit der Hauptmaschine:
    Ich würde für die Verbraucherbatterie-Bank eine eigene Lichtmaschine mit 100A 28V (also für 24V Bordnetze) verbauen dann funktioniert die Ladung wenn notwendig zumindest flott.
    Ich habe da in der Industrie persönlich sehr gute Erfahrungen mit Lichtmaschinen von Letrika gemacht. Gehören jetzt zu Mahle.
    Es gäbe dan die Möglichkeit da noch einen intelligenten Regler extern zu verbauen (zb. Sterling) ob das notwendig ist ist die Frage.

    LG Andi

  2. Jürgen Schüler MY MACY

    Hallo Julian. Bei unserem Boot ist eine Gasanlage verbaut, die einen dreiflammigem Herd betreibt. Das funktioniert wunderbar. Als zusätzlichen Schutz habe ich einen Gassensor in Bodennähe der Pantry angeschlossen. Der Nachteil von Gassensoren ist, dass sie immer Strom benötigen, durchaus auch 100 – 200 mA. Das dürfte im Zusammenhang mit den übrigen Verbrauchern aber möglicherweise nur wenig auffallen. Unser Vorteil ist natürlich, dass das Boot die Gasanlage von vornherein sauber eingebaut hatte und entsprechend keine Speziallösung ausgedacht werden musste.

    Bezüglich deiner Idee, mit Strom zu kochen, könntest du dich mal an Julia und Markus von Sailing Insieme wenden. Das ist ein österreichisches Paar auf Langfahrt mit einer Bavaria Vision 46. Die beiden kochen konsequent mit Strom, auch auf Ankerplätzen. Sie haben einen sehr gut moderierten YouTube-Kanal, sehr zu empfehlen.

    1. Julian Buß

      Gas wäre wie geschrieben eine Menge Aufwand… aber ist durchaus noch im Spiel.

      Danke für den Tipp mit Julia und Markus. Ich habe da schon ein gutes Konzept ausgearbeitet, gucke bei denen aber gerne mal, wie die das machen!

  3. Sven Beutler

    Okay, Lithium bzw lifpo4 (besser) ist schon einmal eine gute Idee. Zum anderen gibt es stärkere Geräte von victron wie die quattro Serie (quattro 8000w/24v)… Aber auch bei den Multiplus bin ich der Meinung das man diese parallel schalten kann. Quattro hat den Vorteil den Generator mit einzubeziehen. Am Ende muss es ja auch darauf hinaus schnell die Batterie zu laden. Das kann meines Wissens nach nur lifpo4. Ich denke auch das deine Solarplatten evtl ein Update vertragen können. Monokristaliene und da deine dicht bei einander liegen in Serie schalten…

    1. Julian Buß

      Ja, Du hast Recht – Victron hat noch stärkere Modelle… aber wow, die Anforderungen an die Installation sind dann auch entsprechend. Und die Kosten natürlich auch. Und ja, man kann zwei Multiplus kombinieren – damit habe ich mich auch eingehend beschäftigt. Aber auch hier: Die Anforderungen an die Installation sind sehr hoch. Ich bleibe erstmal bei den zwei Platten, ich denke, dass wir damit auskommen.

      Und ja, Solar braucht auf jeden Fall ein Update. Das ist alles geplant bzw. schon im werden – warte auf die nächsten Artikel 😀

      1. Christian

        Wieder ein super Artikel von Dir , da auch ich mich gerade mit dem Thema Strombedarf/-verbrauch beschäftigt habe bin ich für mich zu dem Entschluss gekommen einen Dieselherd zu verbauen, damit ist dann schon mal ein großer „Stromfresser“ beseitigt. Solaranlage wird auch ordentlich dimensioniert…

          1. Christian

            Eigene Erfahrungen leider noch nicht, da ich mich noch im Bau befinde, aber hatte einige Foren durchgesucht und ebenfalls unterschiedliche Meinungen gefunden. Allerdings meistens im Bezug auf die Leistung, da kam der Dieselherd schlechter weg als zum Beispiel Gas oder Strom. Zuverlässigkeit hab ich da ehr weniger negatives gehört, hab in meinem Fall auch explizit nach der Kombi (Herd/Backofen) von Wallas gesucht.
            Denke mal Abstriche muss man immer mal hinnehmen, in erster Linie geht es mir darum das ich Gas vom Boot haben möchte und ebenso Strom einsparen möchte, im Urlaub kann ich auch mal gerne 5min. länger auf mein Essen warten.

          1. Christian

            Es gibt ihn auch als einzelnes Kochfeld, dann hast du zwei Platten zur Verfügung. Was ich auch ganz interessant an der Kombi fand das man damit auch heizen kann und die Feuchtigkeit gut raus bekommt

          2. Christian

            Muss mich verbessern, keine zwei, sondern nur ein Hauptkochfeld und ein neben Kochfeld, also nur 1 1/2

  4. J.B.

    Divide et impera:
    Bezüglich Kochen machst du dir ja bereits sehr viele Gedanken.
    Was den Zweig „Wasserboiler“ angeht, gibt es jedoch gute und einfache Alternativen zu Strom. Ich habe seit 25 Jahren eine zusätzliche Diesel-Hydronic nur für diesen Zweck installiert. Diese schalte ich morgens für ca. 10 Minuten ein und heize den Boiler damit hoch, dann habe ich den ganzen Tag warmes Wasser. Der Aufwand und die Kosten sind überschaubar.

    1. Julian Buß

      Oh, das ist eine gute Idee. Eine Autoterm (ex. Planar) Wasserheizung kostet 650 Euro und würde das Brauchwasser locker erwärmen können. Müsste ich ja nur an den Kreislauf anschließen, wo normalerweise das Motor-Kühlwasser durchläuft. Da werde ich mal weiter drüber nachdenken, danke!

  5. Carl Gerald Selmer

    also das ist ein sturm im wasserglas warmes wasser für tee mache ich mit wasser kocher im sommer esse ich viel salat & so …
    aber solarzellen bringen ein bisschen was aber
    kochen kann man mit einer herdplazte indem man im selben wasser nach garzeiten einen topf benützt
    zuerst die kartoffeln dann das gemüse etc

    selmer carl. baldr korvet14 clr

  6. Bert Frisch

    Moin, diesmal bist Du auf einem völlig falschen Trip Du wirst Dich vom Landanschluss und Generator – Motorbetrieb abhängig machen. Von einer fachmännisch installierten Gas Anlage geht keine Gefahr aus. Gasflaschen aus Alu schleppen wir etwa alle zwei Jahre. Hinzu kommt der Preis derLithiuzellen. Sorry. Bert

    1. Julian Buß

      Danke! Das gucke ich mir mal an. Habe schon vorhin mal nach Induktionskochfeldern recherchiert, gibt da echt schöne Lösungen. Das ist auf jeden Fall interessant und kann 15-20% Energie einsparen.

    2. Julian Buß

      Der Kollege im Video hat 1,5 Liter Wasser in etwas über 7 Minuten auf einer 2.200 Watt Induktionskochplatte zum kochen gebracht. Das macht 2.200/60*7=ca. 260Wh. Ich hatte für 3 Liter Wasser 470Wh benötigt, dafür allerdings 30 Minuten gebraucht, oder knapp 500Wh um es in 16m zum kochen zu bringen.
      Wenn im Video 260Wh für 1,5 Liter benötigt werden, müssten es für 3 Liter ja ca. 500Wh sein. Also praktisch gleich zu meinem Test auf dem Cerankochfeld.

      Wo sind die 15-20% Effizienzgewinn, die Induktion eigentlich haben soll? Irgendwo stimmt da etwas nicht…?

  7. Marian Müller

    Ich fahre eine Greenline, da wird auch alles, auch das Kochen, über Batterien realisiert. Erster Tip niemals Lithium Ionen, sondern nur Lithium 4FE. Siehe Youtube Explosion Yacht in Minden. Zellenfehler währen da fatal. 2 Tip zur Überlegung, Greenline hat keine Lichtmaschine sondern einen Motor/ Generator direkt auf der Welle mit 15KW Leistung. Vielleicht findest Du einen weg über eine Riehmenscheibe oder so.

  8. Paetschi Wierauske

    Das macht aber doch nur bei einer Erweiterung Sinn ?! Dennoch spannend…
    Die Q-Batterien sind ja etwas teurer als Standart und in Kombi mit den BOS-Erweiterungen waeren wir hier bei einer kompletten Neuanschaffung jedoch schon bei LiFePo-Preisen und haetten dann aber das deutlich geringere Gewicht. Ich bin gespannt 🙂

  9. Detlef

    Moin Julian,
    bzgl. Preise/Leistung ist ein Gaskochfeld mMn nach inkl. Installation unschlagbar. Die Gasöfen sind aber echt teuer, daher haben wir einen E-Ofen, der im Notfall mit dem Generator betrieben wird das ist aber selten der Fall.
    Gas ja oder nein ist bei vielen seeehr ideologisch geprägt …

    Grüße
    Detlef vom Langhans

    1. Julian Buß

      Ich sehe das pragmatisch: Der Einbau eines Gasherdes macht nur Sinn, wenn man dann auch einen Ofen installiert. Und dafür müsste die ganze Pantry umgebaut werden, dazu bräuchte ich einen richtigen Bootsbauer… und dann schmilzt der Kostenvorteil schnell wieder dahin 🙂

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