Winterlager für das Boot: Warnung bei Stromausfall oder Frost im Schiff

Ich habe gerade einen wunderbaren, kleinen Helfer für das Winterlager bekommen:

Winterlager Boot: nützlicher GSM Fernschalter und Temperaturwächter

Sieht aus wie eine Steckdose, ich weiß. Ist aber viel mehr. Doch vorher zur Ausgangsproblematik:

Die Julius liegt im Winterlager im Wasser und hängt am Landstrom. Dieses Jahr möchte ich testen, wie viel Strom (und damit Geld) verbraucht wird, wenn ich zwei Heizungen (Radiatoren) in Frostschutz-Stellung im Schiff betreibe. Die Radiatoren gehen bei 5 Grad an (durch einen eingebauten Thermostat) und sind auf kleinste Heizstufe, d.h. 700 Watt, eingestellt.

Aber: was ist, wenn der Landstrom ausfällt? Und schaffen die Radiatoren es, das Schiff innen über Null Grad zu halten? 

Wenn es knackig kalt wird und im Winterlager der Strom ausfällt oder die Radiatoren einfach zu wenig heizen, wäre das schlecht. Die Maschine sitzt tief unten im isolierten Motorraum, ich glaube nicht, dass es da jemals Frost gibt.

Aber weil ich das Schiff betriebsbereit halten möchte, sind die Toilette und Fäkalientank beispielsweise nicht leer, und beim Frischwassersystem habe ich die Hähne entleert, aber ganz leer werden die Leitungen auch nicht sein. Frost könnte also kleinere Schäden anrichten.

Daher muss ich es rechtzeitig merken, wenn die Heizungen nicht laufen. Ein Problem übrigens, was Besitzer von Ferienhäusern auch haben. Und genau dieses Problem löst obiges Gerät: Die „Steckdose“ spricht nämlich mit mir. Per SMS. Außerdem misst sie die Temperatur.

An der Seite der Steckdose kann man eine normale SIM Karte reinstecken. Unmittelbar danach kann man SMS Nachrichten an diese SIM Karte und damit an die Steckdose schicken, z.B. #07# um einen Statusbericht zu bekommen. So eine Unterhaltung mit der Steckdose kann dann so aussehen:

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Das Gerät hat eine Menge Funktionalität, unter anderem:

  • SMS senden wenn der Strom ausfällt und wenn er wieder hergestellt ist.
  • SMS senden wenn die Temperatur außerhalb eines definierten Bereiches ist.
  • SMS senden wenn es eine schnelle Änderung der Temperatur gibt.
  • Steckdose an- und abschalten per SMS.
  • Steckdose an- und abschalten abhängig von einer Temperatur.
  • Steckdose an- und abschalten gemäß eines Zeitplans.

Da meine Heizungen ständig aktiv sind und einen eigenen Thermostat haben, brauch ich die letzten beiden Funktionen momentan nicht. Sonst aber löst das Gerät exakt mein Problem.

Eine Sache gilt es nur zu beachten: die SIM Karte darf keine PIN haben! Ich musste die SIM Karte (in diesem Fall eine Prepaid-Karte von Simyo) vorher in ein Handy stecken und konnte dort die PIN ausschalten.

Ansonsten war die Einrichtung extrem einfach:

  • SIM Karte reinstecken.
  • Gerät in eine Steckdose stecken.
  • Eine bestimmte SMS an die Telefonnummer der SIM Karte senden – dann hat das Gerät meine Telefonnummer gespeichert und akzeptiert zukünftig nur noch Nachrichten von mir.
  • Eine bestimmte SMS senden um den Soll-Temperatur-Bereich zu definieren.
  • Fertig.

Hier noch ein paar Links:

Beachte: Du brauchst ein Handy, wo eine normal große SIM Karte (keine Nano oder Mikro!) reinpasst, um die PIN zu deaktivieren!

Soweit scheine ich nun also gerüstet zu sein, nun bin ich gespannt, ob wir dieses Jahr überhaupt einen Winter bekommen.

7 Kommentare zu “Winterlager für das Boot: Warnung bei Stromausfall oder Frost im Schiff

  1. heinZ

    hallo julian, ich überlege mir auch radiatoren in mein schiff zu stellen um es im winter weiterhin nutzen zu können und die maschienen nicht einwintern zu müssen. wie ist denn dein test mit dem fernschalter und den radiatoren weiterhin verlaufen ? besten gruss – heinZ

    1. Julian Buß

      Hallo Heinz,

      der Fernschalter hat einwandfrei funktioniert! Von einem anderen Stahlboot-Besitzer weiß ich, dass die Steckdose bei ihm nur schlechten Empfang hatte – bei mir aber wie gesagt ohne Probleme. Die Dose war in der Pantry, also durchaus von einer Menge Stahl umgeben, trotzdem war der Empfang einwandfrei.

      Also: Ich kann sie empfehlen.

      1. Heinz Wehsling

        Vielen Dank, und hast du mit den Radiatoren dein Boot frostfrei bekommen bzw. hast du deine Maschine noch eingewintert ? mein Ziel wäre auch das Frischwassersystem und die bordtoilette ( ohne fäkalientank ) evtl. mit Heizkabeln usw. so vor zubereiten das alles auch weiterhin im Winter im Wasser liegend weiterhin funktionsfähig bleibt. Gruß aus B. nach HH

        1. Julian Buß

          weil ich am letzten Winterliegeplatz den Strom nach Verbrauch bezahlen musste hatte ich nur den Radiator im Maschinenraum laufen lassen (auf eben über unterste Stufe). Das hat sehr gut funktioniert, der Maschinenraum war durchgehend frostfrei. Und da der Maschinenraum gut gedämmt ist und tief liegt, hatte der Radiator auch nicht so viel zu tun und die Stromkosten waren gering.

          Die Maschine hab ich in sofern eingewintert, dass ich den äußeren Kühlkreislauf „leer“ gepumpt hab nachdem ich mal unterwegs war (also einfach bei laufender Maschine Seeventil zu, Maschine noch ein paar Sekunden laufen lassen, dann ausschalten). Beim inneren Kreislauf hab ich den Frostschutz geprüft und etwas nachgefüllt.

          In die Toilette hatte ich dafür vorgesehenen Frostschutz reingefüllt und auch in den Fäkalientank gepumpt, das System war dadurch durchgehend eisfrei.
          Beim Frischwassersystem hab ich einfach – wie immer wenn ich das Schiff verlasse – die Pumpe ausgestellt und den Drucktank halbwegs leer laufen lassen.

          Wenn ich im Winter an den (wenigen) Tagen, die wirklich kalt waren, an Bord war hab ich vorgeheizt (ich kann meine Webasto via SMS aus der Ferne starten) und konnte dann einfach die Frischwasserpumpe wieder anstellen. Wenn ich die Toilette benutzt habe, hab ich einfach wieder einen Schluck Frostschutz vor dem Verlassen des Boots reingekippt.

          Der Frischwassertank ist bei mir ja aus Stahl (von innen mit Zement beschichtet) und unter der Wasserlinie, da gab es überhaupt kein Problem. Getränke und diverse Lebensmittel hab ich an Bord gelassen, auch hier keine Probleme (Nichtalkoholische Getränke in der Bilge).

          Insgesamt war der Aufwand also sehr übersichtlich und das Boot war durchgehend betriebsbereit.

          1. heinZ

            … , so oder ähnlich hatte ich mir meine massnahmen auch vorgestellt.
            hast du auch erfahrungen was heizkabel anbelangt ? würde noch welche um meine seewasser ansaug rohre wickeln um auf nummer sicher zu gehen, mein boot wird in einem eisfreien hafen mit unterwasser strömungsanlage liegen. schon mal 1000 dank für deine erfahrungswerte …. besten dank !

  2. Julian Buß

    nee, Heizkabel hab ich nicht verwendet. Meine Seeventile liegen bestimmt 30-40cm unter der Wasserlinie, und bisher hatte ich ja immer die Tauchpumpe unter dem Boot – da konnte nix einfrieren.

    Wenn Du auf Nummer Sicher mit den Heizkabeln gehst würde ich mal einen Temperatursensor irgendwo in der Nähe des Seeventils auf den Rumpf kleben und einfach mal messen, wie kalt der so wird. Mit dem Wissen kannst du dann nächsten Winter entscheiden, ob die Heizkabel notwendig sind.

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